Besser gesagt: Die zwei Mittelpunkte Sachsens!
Sachsen gehört zu den vier Bundesländern, die zwei Mittelpunkte markiert haben. Der erste, sprich der geografische Mittelpunkt, befindet sich auf halben Weg zwischen Naundorf und Colmitz. Man hat dort einen schönen Rastplatz eingerichtet. Neben einen Felsen hat man Schilder und eine Steele aufgebaut und auch ein paar Bänke hingestellt. Sehr schön. Ich bin damals vom Bhf Klingenberg-Colmnitz nach Hilbersdorf gewandert. Das waren 17 Kilometer inklusive einem Abstecher nach Colmnitz zu einem imposanten Eisenbahnviadukt.
Leider war diese Wanderung nicht vom Wettergott gesegnet. Immer wieder musste ich das Regencape auspacken oder mich irgendwo unterstellen. Naja ... es gibt Schlimmeres.
Schließlich nahm ich mir in Hilbersdorf ein Hotel, wo ich dank Corona der einzige Gast war. Trotzdem machte man sich die Mühe, mir ein gutes Frühstück hinzustellen. Für mich ganz allein! Am 28.05.2020 checkte ich hier ein. Ich wollte auch den Besuch des zweiten sächsischen Mittelpunktes von hier aus starten.
Den zweiten, sprich nach der Schwerpunktmethode festgelegte Mittelpunkt, findet man im Hirschfelder Weg der Gemeinde Nossen/Obereula/Deutschenbora quasi noch im Ortsbereich. So richtig blicke ich hier bei der Gemeindgliederung nicht durch! Um vom Hotel in Hilbersdorf nach Obereula zu kommen, musste ich erst einmal eine halbe Weltreise mit Bus und Bahn unternehmen. Irrsinigerweise musste ich über Dresden fahren, um ins 30 Kilometer entfernte Obereula zu kommen! Zum Glück begann ich meine Reise schon früh am Morgen, denn es wurde eine lange Wanderung. Ich lief von Obereula zurück nach Hilbersdorf. 27 Kilometer musste ich zurücklegen und dabei 500 Höhenmeter mitnehmen. Zum Glück war mir an diesem Tag (29.05.2020) das Wetter wohlgesonnen!
Wie ihr seht, ist der zweite Mittelpunkt Sachsens auch recht schön gestaltet. Auch die lange Wanderung, welche mich unter anderem durch Reinsberg, Krummhennersdorf und Falkenberg führte, bot einige interessante Highlights (Schloss Reinsberg z.B.).
Nach acht Stunden Wanderung kam ich wieder im Hotel an und stellte hocherfreut fest, das die Gaststätte geöffnet hatte, nachdem ich am Abend vorher Grillhähnchen (Broiler!) aus der Broilerbar mit auf das Hotelzimmer nahm. Ich konnte natürlich nicht widerstehen, mir für 19,90 eine Lammhaxe zu bestellen, welche sündhaft lecker war. Dazu gab es Freiberger Bier. Freibier wäre besser gewesen. Aber es war lecker.