Sonntag, 26. Oktober 2014

Gedicht! Und zwar ein kurzes...

Kahlschlag

Im Wald da stehn, man glaubt es kaum,
in kurzem Abstand Baum an Baum.



Freunde! Wenn dem nicht so wär,
wärn unsre Wälder ganz schön leer...


Bis bald im Wald, euer oller Waldkauz Rübezahl.


Samstag, 25. Oktober 2014

Saar-Hunsrücksteig 5.Etappe Hermeskeil - Neuhütten

Von Hermeskeil über Otzenhausen und den höchsten Berg des Saarlandes nach Neuhütten zum Gourmettempel (20km) am 14.10 2014


Los gings heute erst mal mit Nebel. Und verbunden mit niedrigen Temperaturen und Wegen voller nassen Gras kam die Wanderfreude nicht sofort über mich. Aber hart wie ich bin, ging ich meinen Weg ohne zagen und klagen (Scheiße! Die Schuhe sind jetzt schon fucking nass). Ich bin immer bereit, auch im schlechten Wetter das Schöne zu sehen. Es gibt Wanderer, die bei schlechtem Wetter nur am maulen sind. Ich nicht (Verfluchte Dreckswurzel, wäre beinahe auf die Schnauze gefallen). Aber wenn man das Sehen lernt, ist auch nasses Nebelwetter (Drecksgrippewetter!) beschaulich. OK. Ich gebs zu: Beschaulich nur manchmal...mmmh vielleicht eher selten sogar... ist doch auch egal...


Die Sonne kam nach ca 2 1/2 Stunden dann doch noch raus. Erst a bissl zaghaft, dann war plötzlich T-Shirt-Wetter vom feinsten. Am 14.10. wohlgemerkt!
Dann gings bergab mit mir. Und zwar durch Forstelbachtal, welches wirklich sehr malerisch ist. Trotzdem malte ich nicht, ich knipste mit der Kamera. Kann ja nicht alles malen, kommt man ja nicht vom Fleck. Stimmts?

An einen künstlich angelegten Teich sonnte ich mich und beobachtete die Welt, die hier aus schillernden Libellen, Karpfen, Binsen und grünen Bäumen unter blauen Himmel bestand. Die Zeit stand nicht still und irgendwann musste ich weiter. 

Ein gefählich-rutschiger Holzweg, gesäumt von Morast, ergab das nächste Experiment. Ich schaffte die Überquerung, ohne auf den Steiss zu fallen. Oder in das Moor mit den Brennnesseln. Oder Beides.
Der Holzweg
Ein richtiges Highlight (Hailait) ist der Keltische Ringwall bei Otzenhausen. Der hat Ausmaße, die mich zum Staunen brachten. Mann oh Mann! Ich glaube, die Kelten hatten nichts anderes zu tun, wie Steine zu stapeln und zu Saufen. Fürs Letztere sind die Kelten ja berühmt. Aber fürs Steine sammeln eher nicht.
Ich meisterte noch ein paar holprig-steile Anstiege und stand bald auf dem Dollberg, dem höchsten Berg des Saarlandes.

Der keltische Ringwall bei Otzenhausen
Der Dolle uffn Bersch
Von hier bis zum Tagesziel ging ich gemütlich und ich genoss alles um mich herum. 
Übernachten tat ich im "Le Temple de Gourmet". Über Sinn und Zweck eines Gourmet-Tempels im verschlafenen Neuhütten machte ich mir so meine Gedanken. Klingt nach Hotel für Schlipsträger. Na! Die werden Augen machen, wenn der Rübezahl mit seinen Schlammlatschen über die vornehmen Bodenbeläge trampelt. Haha...

So schlimm wars dann doch nicht. Nettes Personal welches meine Schuhe zwar argwöhnisch musterte, aber keinen Kommentar dazu abgab. Nur eine Plastikschale zum Dreckschuhe reinstellen wurde mir wortlos überreicht. Restaurant war geschlossen, aber das Bistro war offen. Belohnungsweizen gesichert. 

Zimmer im Gourmet-Tempel (55 €)
Hab noch Fußball geguckt (Deutschland - Irland 1:1). Hätte besser gleich geschlafen. Sagt man im Gourmet-Tempel eigentlich auch gute Nacht, oder was vornehmeres? Weis nicht. Is auch Wurscht. Gute Nacht Freunde des gepflegten Wanderns.

Hach! Die Tourdaten fehlen ja noch! Hier sind sie:





Tourlänge:19.8km
Höhe Start:536m
Höhe Ziel:518m
Höchster Punkt: 738m
Tiefster Punkt:390m
Höhendifferenz: 348m
Aufstieg:1072m
Abstieg:1090m

Bis bald im Wald, euer oller Waldkauz Rübezahl...

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Saar-Hunsrücksteig 4.Etappe Reidelbach - Hermeskeil

Von Reidelbach nach Hermeskeil (25km) am 02.10.2014


Nach einem Frühstück mit Manfred und Gisbert ging es zügig in den noch nebeligen Wald. Manfred und Gisbert wollten in Richtung Trier, ich Richtung Idar-Oberstein. Ich gehe sowieso lieber allein. Meistens jedenfalls. 19 Kilometer meldet ein Wegweiser bis Hermeskeil. Na die gehe ich doch mit links. Und mit rechts auch. 


Es ist schön, mit zu erleben, wie die Sonne den Nebel aus den Wald vertreibt und sich das Bild des bösen Geisterwaldes mit Hexen usw  wandelt in einen Wald voller Feen und guten Zauberern, die einem drei Wünsche offerieren.
Ich hatte auch drei Wünsche: 1. Kein Regen bitte, 2. keine Blasen bitte, 3. ein Weizenbier am Ziel bitte. Bin ja bescheiden.

Bald taucht nach kräftigen Anstieg die Grimburg im nicht mehr vorhandenen Nebel auf. Ich klettere in und auf ihr herum und schaue erst von unten nach oben zum Turm, später vom Turm oben nach unten und in die Umgebung. Ist schon seltsam, das man immer erst irgendwo hinauf klettert, um fest zu stellen, wie schön es da unten ist...

Nun folge ich dem Flüsschen "Wadrill" in ihrem Tal. Der Weg ist einfach, aber an einer Stelle zwanzig Zentimeter unter Wasser. Diese Stelle war so gut mit langen Grashalmen getarnt, das ich nichts ahnend und forschen Schrittes in nasse Unglück rannte und mit dummen Gesicht bis zu den Knöcheln in der Brühe stand. Das war blöd. Die besten Schuhe sind nicht wasserdicht, wenn das Wasser oben rein läuft! Zum Glück war es nicht kalt, eher warm. Nur dieses Geräusch jetzt beim Laufen ...platsch quatsch flatsch... begleitete mich lange Zeit. Kommt ein Frosch ausn Wald......haha...


An dieser romantisch-verwunschen aussehenden Stelle teilt sich der Saar-Hunsrücksteig. Ein Weg geht ab hier Richtung Trier, der andere Richtung Idar-Oberstein, dem anderen Endpunkt des Steigs. Es gibt also noch genug zu laufen, um ihn vollständig zu bewandern. Ein Wegweiser steht auch hier, der war aber nicht fotogen.
Bald lassen ich Reinsfeld links und Gusenburg  rechts  liegen. Die Piste führt längere Strecken übers freie Feld. Ich genieße das bei herrlichstem Oktoberwetter. Die Schuhe sind immer noch klitschig und inwendig rutschig, als hätte ich ein Stück Butter rein geschmiert. 

Mein GPS zeigt schon längst die oben erwähnten 19 km an. Bis Hermeskeil sind es aber immer noch sechs Kilometer. Zu Hause stellte ich fest, das die Kilometerangaben fehlerhaft sind, weil die Streckenführung vorbei an Reinsfeld und Gusenburg neu, aber auch länger ist. Auf dem Satellitenbild sieht man oben die fette Ausbuchtung. Die gabs früher nicht. Zum Thema Zeitreserve und deren Wichtigkeit habe ich mich schon in vorherigen Beiträgen geäußert. Noch ein gutes Beispiel für unvorhersehbare Zeitverluste.


Von dieser "Sinnesbank", so heißen die wirklich in Fachkreisen, sieht man schon Hermeskeil. Ich lasse mir viel Zeit und fahre den Wandermodus langsam herunter, denn von dort gehts mit Bus und Bahn Richtung Heimat. Der Bus war leider ein voll besetzter Schulbus, was mir immer unangenehm ist, vor allem wenn man durchgeschwitzt und mit quietschenden Schuhen daher kommt. 

Tourlänge:25km
Höhe Start:389m
Höhe Ziel:537m
Höchster Punkt: 629m
Tiefster Punkt:361m
Höhendifferenz: 268m
Aufstieg:1354m
Abstieg:1206m

So! Für die letzten drei Tage genug Kalorien in den Wald getragen.

Bis bald im Wald: Euer oller Waldkauz Rübezahl...

PS: Das Belohnungs-Weizen gabs in der Bahnhofswirtschaft in Türkismühle. Musste sowieso 30min aufn Zug warten...





Dienstag, 21. Oktober 2014

(9) Saar-Hunsrücksteig 3.Etappe Losheim am See - Reidelbach

Auf urigen Wegen von Losheim am See nach Reidelbach zum Froschschenkelessen am 01.10.2014 (30km)


Nach einer guten Nacht und einem leckeren Frühstücksbuffet ging ich gestärkt in die nächste Runde. Vorher brauchte ich aber noch Getränke. Laut Hotelpersonal gab es einen Supermarkt nur fünf Minuten entfernt. Leider vergaß die nette Frau zu erwähnen, das die Zeitangabe auf eine Fahrt mit dem PKW gemünzt war. Zu Fuß brauchte ich für die schließlich vier Kilometer (laut GPS) vom Steig zum Markt und zurück zum Steig 'ne ganze Stunde. Was lehrt mich das? Leere Flaschen nicht wegschmeißen. Die kann man noch für Leitungswasser gebrauchen. Man kann ja noch etwas Brausepulver in's Wasser kippen, um etwas Geschmack zu haben.
Lange Rede, kurzer Sinn: 9:30 Uhr und nach schon 4 km auf Asphalt in den Knochen war ich endlich auf der Piste.


Nach dem Sprint von gestern wollte ich es heute ruhiger angehen und das tat ich auch. Erst war es noch etwas kühl. Aber nach dem ersten Anstieg spielte das keine Rolle mehr. Die Natur umarmte mich innig (Ist das nicht herrlich kitschig geschrieben? Haha!). Aber schaut auf dieses Bild:


Der Wetterbericht hatte recht. Es wurde richtig sonnig und warm. Cool! Jacke aus. T-Shirt reicht. Die Sonne auf der Haut brennt schon fast. Beinahe zu schön um warm ... äääh ... wahr zu sein. Heute habe ich auch wieder einen Blick für das schöne Drumherum. Alles besser als gestern.


Ich lasse mir Zeit. Aber zwei Wanderer überholte ich trotzdem. Die ließen sich noch mehr Zeit als ich. Auch das MUSS man lernen. ZEIT-LASSEN! Ich kannte die beiden vom Hotel in Losheim und sollte sie am Abend nochmal wiedersehen. Bei Weiskirchen hatte ich kurz gepennt und bin vom Weg abgekommen und stand plötzlich mitten auf einem Campingplatz. Aber kein Problem. Kehrt marsch. Zurück bis die Hunsrücksteigschilder wieder auftauchen. Ich erwähnte es erst gestern. Für solche Situationen braucht man Zeitreserven.


Der Steig nahm endlich mal richtigen Trekkingcharakter an. Diese Etappe bot einige Passagen, die man mit Badelatschen oder Ballerinas nicht gehen sollte. 


Das Bild oben zeigt wirklich den Weg! Erinnerte mich fast ein wenig an die Sierra Nevada (die spanische), die ich auch schon bewandert habe. ABER SO LIEBE ICH ES. Das sind die kleinen Abenteuer. Nur nicht umknicken jetzt...
Bald folgten wieder Abschnitte, wo umknicken und Beinbrüche keine Gefahr mehr darstellten. Ach ich könnte euch so viele herrliche Fotos von diesem Abschnitt zeigen, aber geht doch selbst mal auf dem Saar-Hunsrücksteig wandern. Ihr werdet eins mit der Natur sein.


Und Dank einer besseren Zeiteinteilung leistete ich mir sogar ein paar Pausen auf einem wirklich wunderbaren Abschnitt des Saar-Hunsrücksteigs!


Jetzt gibts erst mal bissl Statistik: 


Tourlänge: 30.7km, 
Höhe Start: 337m, Höhe Ziel: 392m, Höchster Punkt: 627m, Tiefster Punkt: 297m, Höhendifferenz: 330m

Ein langer Weg war das heute. Ich merke es angenehm in den Beinen. Im Reidelbacher Hof, welcher, wie der Name schon sagt, in Reidelbach steht, gurgelte ich erst mal das obligatorische Belohnungs-Weizen in die Tiefe meiner Magengrube und bezog mein Zimmer. Schlicht und sauber mit einem etwas zu kleinen Fernseher und nicht zu kleinen Balkon, gut genug, um einen müden Wanderer seine Knochen entspannen zu lassen.

Dann ging ich essen in die gemütliche Stube, die sehr gut besucht war. Sehr sehr gut. Ich bestellte Wildgulasch. Mann, war der lecker! Nach einer Weile bemerkte ich, das alle anderen Gäste etwas aßen, was ich nicht definieren konnte. Ich platzte vor Neugier und musste die Kellnerin fragen. Freunde des Wanderns: Die anderen Gäste verzehrten alle ausnahmslos FROSCHSCHENKEL. Leider war mein Wildgulasch schon verdrückt und ich satt. Probiert hätte ich das Froschfleisch gerne mal. Ich kann ja noch mal wieder kommen.
Dann kamen die beiden Wanderer, die ich unterwegs überholt hatte. Wir unterhielten uns noch lange bei dem einen oder anderen Bier, sahen den anderen beim Fröscheschlucken zu. Manfred und Gisbert waren ihre Namen. Beide zogen wie ich den Wildgulasch vor. Manfred erzählte mir noch, das er ein Buch geschrieben habe. Es heißt "Hauptsache Wandern!"
Ich habs mir gekauft. Gleich als ich wieder zu Hause war. Bin noch fleißig am Lesen. 
Viele Grüße von hier an euch zwei beide Manfred und Gisbert. Hat mich gefreut euch kennen zu lernen.


So, das wars für heute. Demnächst gehts weiter mit der 4.Etappe Reidelbach - Hermeskeil. Bis dahin...

Bis bald im Wald: Euer oller Waldkauz Rübezahl!


Sonntag, 19. Oktober 2014

(8) Gugge ma II

Das könnte ein Kammförmiger Keulenpilz (Clavulina coralloides) sein...???


Vorsicht! Bitte nicht drauftreten. Nur bestaunen...
Morgen gibts die 3.Etappe des Saar-Hunsrücksteigs. In Farbe!

Bis bald im Wald: Euer Rübezahl