Schweiß und Freude heute (und ein bisschen Zweifel)
Wie versprochen wollte ich mich über die Traumschleife "Edelsteinschleiferweg" äußern. Zu diesem Zwecke bin ich am 11.04.2017 den Weg nochmal gegangen. Und zwar entgegen der Uhrzeigerrichtung. Als Einstieg wählte ich einen kleinen Pfad, der unscheinbar in der Mainzer Straße neben dem Getränkemarkt "Prima"/Taxi Allmang bergauf in den Wald führt. Lasst euch nicht vom "Verbot für Fußgänger"-Schild irritieren! Das gilt für den Fußweg die Straße entlang wegen Steinschlaggefahr. Der Weg in den Wald ist frei.


Nach ein paar Metern trifft man schon auf den Edelsteinschleiferweg. Es ist erstaunlich, was sich in diesem Stückchen Wald zwischen Mainzer Straße und Barbararing/Rilchenbergkaserne für schöne Pfade befinden. Am Schützenhaus des Schützenvereins Idar-Oberstein vorbei erreicht man bald den Rabenkreisel im Stadtteil Algenrodt. Auf mehr oder weniger schönen Wegen wird man zur Weiherschleife geführt. Besonders gestört hat mich die Streckenführung entlang des Bauunternehmens "Budau" verziert mit Bauzaun, Müll und Unkraut. Von Hundegebell der direkt am Weg liegenden Privatgrundstücke ganz zu schweigen. Ich bezweifle, das sich hier nicht eine bessere Wegeführung finden lässt. Ein Wermutstropfen.
 |
Nicht so schöne Wegabschnitte |
Nach sechs Kilometern kann man, wenn man will, an der Weiherschleife das erste Bierchen trinken. Oder auch zwei. Es folgt jetzt der Aufstieg zur Edelsteinmiene Steinkaulenberg, wo es auch Bier gibt. Auf zwei km Länge geht es von 300 m üNN auf 470 m Höhe. Das ist wirklich anstrengend. Das Gute ist, der höchste Punkt des Rundweges ist damit schon erklommen. Wer will kann die wirklich schönen Minen besichtigen, essen und trinken und aufs Klo gehen.
 |
Die Edelsteinminen auf dem Steinkaulenberg |
Vom Steinkaulenberg gehts nun auf schönen Pfaden bergab und um Algenrodt auf der anderen Seite herum. Die abgesperrten alten Eingänge der Edelsteinminen lassen erahnen, wie groß das Bergwerk einst war. Der Weg ist schön und überrascht hier und da mit einer weißen Blütenpracht. Mich haben ein klein wenig die Geräusche der nahen B41 gestört, aber nicht sehr. Mit zunehmender Belaubung der Bäume werden der Geräuschpegel sicher sinken.
Wenn man Glück hat, bekommt man nicht nur den Lärm von der rechts liegenden B41 zu hören. Von links tragen die Jungs vom Bund mit ihren Panzern auf dem Gelände der Artillerieschule dazu bei, nicht einseitig taub zu werden. Ich hatte heute das Glück, das die Jungs fleißig am üben waren. Sehen konnte man außer Staubwolken nicht viel vom Weg aus, aber hören schon.
 |
Panzerstaub |
Der Weg umrundet den Übungsplatz sozusagen. Nach der abenteuerlichen Überquerung der L176 zwischen Enzweiler und dem Barbararing kurz hinter dem verwirrenden Verkehrsknotenpunkt bei Enzweiler, kommt man endlich wieder in einen ruhigen Wald. Man geht oberhalb des NSG "Kammerwoog und Krechelsfels" zurück zum Ausgangspunkt. Ruhe suchend verließ ich kurz vor Vollendung der Runde den markierten Weg und folgte einen schmalen Pfad runter zur Nahe, wo ich noch ein paar Meter auf der Traumschleife "Rund um die Kama" genoss.
 |
NSG Kammerwoog |
Ich möchte den Edelsteinschleiferweg nicht wirklich schlecht reden, aber ich bin ehrlich schon schönere Wege gewandert. Wirklich. Anbetracht der Stadt- und Kasernennähe muss man sicherlich einige Minuspunkte in Kauf nehmen. Der Panzer- und Straßenlärm wird am Wochenende nicht vorhanden sein. Wenn man das Stück zwischen Algenrodt/Rabenkreisel und der Weiherschleife weglässt, ist der Weg allemal begehenswert. Als Startpunkt Algenrodt und von hier in Uhrzeigersinn gehend mit Besuch der Edelsteinminen, dann als Ziel die Weiherschleife mit seinem Biergarten, machen den Weg zum Erlebnis. Mein Lieblingsweg wirds aber nicht werden. Punkt.
 |
Links ist Göttschied zu sehen, rechts die "Hohl" |
 |
Die TS"Edelsteinschleiferweg" (15km). Das Stück, das ich weggelassen habe, ist rot markiert! |
Wie immer: Bis bald im Wald, euer Rübezahl...