... oder besser gesagt:
Die ZWEI Mittelpunkte vom Bundesland Baden-Würtemberg!
Baden-Würtemberg ist eines von vier Bundesländern, die zwei Mittelpunkte markiert haben. Einer wurde nach der Schwerpunktmethode vermessen, der andere nach der Extrempunktmethode berechnet.
Einer liegt bei Tübingen (Schwerpunkt), der andere bei Böblingen (Extrempunkt).
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Kamerasymbol = Mittelpunkt bei Tübingen |
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Kamerasymbol = Mittelpunkt bei Böblingen |
Ich habe wirklich lange überlegt, ob ich heute die zwei Mittelpunkte mit nur einer Wanderung schaffen kann. Zwischen beiden Mittelpunkten liegt immerhin eine Strecke von 19 Kilometern. Vom Bahnhof Tübingen bis zum Bahnhof Böblingen errechnete meine Komoot-App einen Weg von knapp 28 Kilometern.
Nun ja, am 28.10.2020 machte ich mich auf den Weg, beide Mittelpunkte auf einem Streich zu besuchen.
Den Tübinger Mittelpunkt erreichte ich nach 4 Kilometern unweit des Universitäts-Klinikums. Es ist ein lauschiges Plätzchen und die Mittelpunktskulptur sieht aus wie ein weggeworfener Hut eines Riesen. Eine Inschrift auf der Krempe erklärt, an welchen besondern Punkt man sich hier befindet. Ein Bach fließt durch das schattige Tal, der sich Käsenbach nennt. Er riecht aber nicht nach Käse.
Jetzt muss man nochmal fast 20 Kilometer nach Norden laufen um zum Mittelpunkt bei Böblingen zu gelangen. Es sind abwechslungsreiche und nicht zu schwierige Wege. Nach 10 Kilometern hatte ich die schlimmsten Steigungen schon hinter mir.
Am Böblinger Mittelpunkt von Baden-Würtemberg steht eine weiße Betonsäule mit Inschrift und den Umrissen des Bundeslandes. Einige Infoschilder klären über die Berechnungsmethode auf. Und auch ein paar Bänke ohne Rückenlehne laden zum Verschnaufen ein. Über die Bänke freute ich mich besonders nach der langen Strecke mit fast 500 Höhenmetern.
Sehr schön fand ich auch die Markierung des 9. Längengrades Ost auf der Höhe von Holzgerlingen. Da hat man riesige Stecknadeln in die Erde gebohrt und ein paar Bänke dazu gestellt. Ich finde das eine originelle Idee.
Natürlich sind die Innenstäde Tübingens und auch die von Böblingen und Holzgerlingen einen längeren Aufenthalt wert. Ein so bekloppter Wanderer wie ich, hat für solche Spierenzchen (schreibt man das so?) nur kurze Augenblicke übrig. Vielleicht bin ich ja auch nur sparsam, denn einen Hotelaufenthalt wollte ich nicht bezahlen. Den hätte ich aber gebraucht, wenn ich noch Stadtrundgänge hätte machen wollen.
So habe ich wieder einmal viel Zeit in der Bahn statt im Hotel verbracht. Das macht aber nichts, denn ich fahre meistens gern mit der Bahn, vor allem, wenn sie so pünktlich ist, wie sie heute war.
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Tübingen |
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Böblingen |
Vielleicht werde ich diese Tour noch einmal mit dem Fahrrad machen. Dann ist die Entfernung ein Klacks und man hat genügend Zeit für Besichtigungen.
Das trifft auch auf Bebenhausen zum, das ein altes Kloster als Wahrzeichen vorweist. Auch hier sparte ich mir die Besichtigung der alten Gemäuer. Ich muss mir echt mehr Zeit nehmen für Kultur. EHRLICH!
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Klosterkirche Bebenhausen |
Eine siebenstündige Wanderung inklusive eine Stunde Pause bei herrlichstem Wetter lässt mich den Tag in guter Erinnerung behalten. Ich denke aber immernoch über die Idee mit der Fahrradtour nach. Mal sehen...
So, ihr Lieben, für heute ist Schluss!

Bis bald im Wald ruft euer oller Waldkauz Rübezahl.
65/301/28/1227/5740