Sonntag, 26. Februar 2017

Traumschleife Kupfer-Jaspis-Pfad (Winteredition)

Von Göttschied nach Hintertiefenbach, dann über Gerach und Niederwörresbach nach Fischbach. 20 Kilometer kurzärmlig und mit Stiefeln durch Schnee und Sonne


Am höchsten Punkt des Kupfer-Jaspis-Pfades
Am 15.02. (Mittwoch) gribbelte mich die Wanderlust an den Fußsohlen, die Sonne lachte durch das Fenster und ich MUSSTE den Rucksack schnappen und loslaufen. Da es schon 12:00 Uhr war, wollte ich mir eine lange Anfahrt zum Wanderweg ersparen und wählte für heute die Traumschleife "Kupfer-Jaspis-Pfad" aus, den ich heute entgegen der Uhrzeigerrichtung gehen wollte. Dieser Weg ist ziemlich lang und profilmäßig anspruchsvoll. Ehrlich! Und er ist von Oberstein nur einen Steinwurf entfernt.
Übrigens: Wer mehr über den Saar-Hunsrück-Steig und seine Traumschleifen erfahren möchte, kann das hier tun:
http://www.saar-hunsrueck-steig.de/
Hier gibt es alles, was man wissen muss. Unterkunfte, Karten zum ausdrucken und GPS-Tracks. Und mehr!

Eingangsportal
Wer, wie ich von Göttschied aus startet, hat schon 3 Kilometer in den Beinen, bis er auf die ersten Wegemarkierungen des Kupfer-Jaspis-Pfades trifft. Zum Glück gibt es auf dem Abschnitt zwischen Göttschied und Hintertiefenbach kaum Steigungen. Gut zum warm werden. In Hintertiefenbach trifft man auf die Pulverlochschänke. Aber Bier gibts hier nicht mehr, Essen auch nicht. Leider geschlossen. LEIDER. War ne schöne Gaststätte mit Biergarten. Aber die Gäste blieben aus...


Pulverlochschänke
Hinter Hintertiefenbach gehts gleich lange bergauf zum höchsten Punkt des heutigen Weges. Hier oben angekommen, hat man schon 7 Kilometer in den Beinen und 2 Stunden Sport gemacht. Richtigen Sport. Könnt ihr glauben! Auf dem Bild ganz oben stehe ich am höchsten Wegepunkt. Es gibt einen Bank hier und ne geile Aussicht.


Gerach lässt der Weg rechts liegen, aber durch Niederwörresbach (Ausstiegsmöglichkeit) gehts mitten durch. Vorher ist der schöne Wald im Atzenbachtal zu bewundern. Parallel zum Bach geht der Pfad im kaum sonnererwärmten Tal sanft bergab. Doch die Idylle täuscht etwas. Ein paar fette Bäume hat der Sturm auf die Wege geschmissen und man braucht einige artistische Fähigkeiten, um diese zu überklettern oder drunter durch zu krabbeln.





Hinter Hintertiefenbach muss man nochmal einen tausend Meter langen und durchschnittlich 15% steilen Anstieg meistern. Plötzlich merkte ich, das ich am Tag vorher 25 Kilometer auf der Rhein-Nahe-Schleife gewandert bin. Dort waren auch schon ein paar Berge eingebaut. Langsam und leise miaute der noch versteckte Muskelkater.
Nun, da sich der Weg wieder südlich Richtung Fischbach wendet und an Südhängen entlang führt, kommt man endlich wieder in den Genuss ein paar wärmender Sonnenstrahlen. Wer bei Temperaturen um den Gefrierpunkt wandert, wird immer das Problem haben, bergauf zu schwitzen und bergab eben nicht. Man muss austesten, wie schnell man bergauf oder bergab geht und welche Klamotten gut sind. Das weis man erst, wenn man ein paar Erfahrungen gesammelt hat. Jeder Mensch ist anders. Aber einen Tipp habe ich für euch. Um sich durchgeschwitzt am Tagesziel umziehen zu können, sind ein trockenes T-Shirt und eine Strickjacke im Rucksack Gold wert. Und wenn die Temperaturen beim Umziehen noch so kalt sind und man kurz friert: Arschbacken zammkneifen, nassgeschwitzte Kleider aus, trockene Klamotten an!!! Herrlich!!!



Zwischen Hintertiefenbach und Fischbach beschloss ich, die Runde nicht komplett zu gehen, sondern in Fischbach auszusteigen. Von Fischbach nach Hintertiefenbach und später hoch nach Göttschied würden nochmal 7 Kilometer und locker zwei Stunden Weg bedeuten, die ich mir wegen müder Beine, müden Geistes und nur noch geringer Getränkereserven nicht mehr zutraute. Ich bin den Weg schon zweimal gegangen. Komplett. Aber heute fühlte ich mich dafür nicht genug motiviert.



Ich ignorierte den Wegweiser zum Kupferbergwerk Fischbach und kämpfte mich die letzten Höhenmeter des heutigen Tages hinauf zum NSG Fischbacher Felsen, achtzig Höhenmeter auf 600 Meter Länge(!), aß dabei schmutzigen Schnee vor lauter Durst und wurde oben mit Sonnenstrahlen und einen schönen Blick auf Fischbach belohnt. Beim Abstieg freute ich mich über die gebrachte Leistung. Wer auf dem Satellitenbild das Höhenprofil betrachte, weis, was ich meine.
siehe auch: 
http://www.saar-hunsrueck-steig.de/traumschleifen/kupfer-jaspis-pfad
oder hier
https://stephandietsch.blogspot.de/2015/03/kupfer-jaspis-pfad-20-kilometer-fur.html



In Fischbach nahm ich um 16:37 den Bus nach Kirn, weil nix mehr nach Oberstein fuhr, und von dort den Zug nach Idar-Oberstein. Ich hätte auch zum Bahnhof Fischbach laufen können, hatte aber keine Lust dazu. Und ich verrate euch auch, das ich am nächsten Tag mordsmäßigen Muskelkater hatte. 45 bergige Kilometer an zwei Tagen, das merkt man, wenn man den ganzen Winter wegen Faulheit kaum wandern geht.


Bis bald im Wald, euer müder Rübezahl... ;-)

Montag, 20. Februar 2017

Die Rhein-Nahe-Schleife bei Bingen

Gegangen am 14.02.2017 Länge 25 km

Von Bingen über Weiler bei Bingen, an Waldalgesheim vorbei, Genheim und Münster Sarmsheim zurück nach Bingen


Satellit und Höhenprofil
Vorneweg: Die eigentliche Rhein-Nahe-Schleife ist nur 20 Kilometer lang. Wenn man vom Hauptbahnhof Bingen losgeht und auch zu diesem wieder zurück, werden lange 25 Kilometer draus. Kondition ist gefragt.
Los ging`s heute, wie schon gesagt, am Hauptbahnhof in Bingen. Wir gehen oben über die Fußgängerbrücke rechts rum nach Bingerbrück und dann links rum der Hauptstraße (B 9/48) folgend Richtung Münster-Sarmsheim. Dort findet man bald rechts einen Tunnel, durch den die Mühestraße unter der B9 hindurch führt, vorbei an einem türkischem Kulturzentrum (Nicht zu übersehen!) und trifft schnell auf ein Schild "Alte Römerstraße" nach Weiler. Außerdem sind ausgeschildert: Der Weinwanderweg Rhein-Nahe, der Ausoniusweg und ein Jakobsweg mit stilisierter Muschel gekennzeichnet.


Nachdem man ne halbe Stunde bergauf getippelt ist, hält man sich kurz vor Weiler links und trifft sogleich auf die ersten Wegweiser des Rhein-Burgen-Rundwegs. 
Die Rheinburgenweg-Rundtouren sind so ausgeschildert: Weiße Schrift auf rotem Grund. Der Rheinburgenwegschilder selbst rote Schrift auf weissem Grund!
Ist man einmal auf der Höhe oben angelangt, läuft man dank des nicht schwierigen Höhenprofils recht entspannt links vorbei an Waldalgesheim. Man erkennt in der Ferne die Gebäude der still gelegten "Grube Amalienhöhe". Dort wurde 1885 bis 1971 Manganerz und Dolomit gefördert. Und zwar ne ganze Menge. Tonnenweise sozusagen. Leider verfallen die imposanten Gebäude und mussten teilweise schon abgerissen werden. Schaut mal hier:
Grube Amalienhöhe
Bald hat man einen Blick auf Genheim. Ich weis nicht ob es sich lohnt, einen Abstecher dort hin zu machen. Ich war zu faul dafür. Der Weg selbst biegt jetzt um 180° um den galgenlosen Galgenberg herum und es geht langsam zurück Richtung Sarmsheim.
Genheim mit Rübezahl
Vorher kann man an der "Grillhütte Horetberg" rasten und den Turm besteigen, wenn er, wie bei mir, nicht abgeschlossen ist. Weiter gehts durch gemischten Wald auf schönen Wegen. Im Sommer sicher ein Hochgenuss. Bei mir wars ganz schön kalt. Ein Genuss war`s trotzdem. Kommt man aus dem Wald heraus und in die Weinberge, bieten sich Ausblicke auf Waldlaubersheim, Rümmelsheim und Dorsheim.


Die zweite Hälfte des Weges erfordert dann etwas mehr Kondition vom Wanderer. Das Höhenprofil wird schwieriger. Es geht hinab bis an den Ortsrand von Sarmsheim, dann hinauf zu einem Aussichtspunkt über Sarmsheim, nochmal runter nach Sarmsheim, dann (ihr ahnt es schon) wieder hinauf, jetzt auf dem Müsterer Kopf (300 m) zwischen Sarmsheim und Weiler, der mit Wald und Weinbergen dekoriert ist. Ein abwechslungsreicher Weg. Bald hat man einen gigantischen Ausblick bis nach Gensingen und noch viel weiter. Hat man den nicht sehr hohen "Schwarzen Turm" passiert, den man auch nicht besteigen kann, wird man bald mit einer weiteren herrlichen Aussicht auf die Nahemündung bei Bingen belohnt.
Nahemündung Bingen
Noch ein paar Meter weiter trifft man schließlich auf den Weg, den man vier Stunden vorher heraufgekraxelt ist. Schnell ist man wieder in Bingerbrück. Wenn man jetzt Hunger hat, empfehle ich in Bingerbrück einzukehren. Es gibt auch eine sehr gute Metzgerei (Name vergessen) mit eingebauten Imbiss in der Koblenzer Straße (B 9) kurz vorm Bahnhof. Der Bahnhof selbst ist eine kulinarische Wüste. 
Wer noch Bier braucht für die Heimfahrt, kann sich das im bahnhofsnahen LIDL besorgen. 
Bahnhof, nein, HAUPTBAHNHOF Bingen, rechts der LIDL


Nähere Informationen zur Rhein-Nahe-Schleife gibt es hier: https://www.rheinburgenweg.com/index.php?id=726

Bis bald im Wald: Euer Rübezahl... :-)

Montag, 30. Januar 2017

Der Saarbrücker Stadtrundweg (44,5 km)

Gegangen am 18.01.2017 (23,5 km) und am 19.01.2017 (21,0 km)

Einmal rund um Saarbrücken in zwei Etappen (St. Arnual, Folsterhöhe, Burbach, Heinrichshaus,, Rußhütte,Malstatt, Uni, Eschberg,St, Johann, St, Arnual) und 44,5 Kilometer.

RÜBEZAHL in Action
Normal beginnt der Saarbrücker Stadtrundweg in St.Arnual auf dem Marktplatz. Dorthin kommt man vom Bahnhof aus nur umständlich mit Umsteigen von der Straßenbahn in den Bus. Das wollte ich mir ersparen und habe meinen eigenen Startpunkt festgelegt. Und zwar die Straßenbahnhaltestelle "Am Kieselhumes". Da geht der Saarbrücker Stadtrundweg (ab jetzt nenne ich ihn SSRW) direktamente daran vorbei. Man setzt halt nur die letzten zwei Kilometer des offiziell 46 Kilometer langen Weges vor den Anfang. Ist im Prinzip Wurscht! Bei mir sind es 44,5 km geworden, weil ich das eine oder andere weg gelassen habe, mich andererseits auch zweimal verlaufen habe.
Vom Kieselhummes gehts schnurstracks über die Saar, an dieser etwas flussaufwärts und bald darauf rechts ab und hinein nach St.Arnual mit seinem schönen Marktplatz. 
St.Arnual Markt
Hinter St.Arnual gehts knackig 140 Meter in die Höhe und es gab auch gleich den ersten Wermutstropfen: Die im Flyer als sehr schön gepriesenen "Felsenwege" waren gesperrt wegen Steinschlaggefahr. Leider. Das wiederum hatte den Vorteil, das ich ein paar Meter und etwas Zeit sparte. Oben gehts dann lange ohne nennenswerte Steigungen links der Saar entlang. Durch die kahlen Bäume kann man den einen oder anderen Blick durch die kahlen Bäume auf Saarbrücken erhaschen.
Man passiert einen "Keltenstein" (ohne Kelten), den "Ixtel-Brunnen" (ohne fließenden Wasser weil eingefroren), die Wieselsteine (ohne Wiesel), ein Kriegerdenkmal (ohne Krieger) und dann auf den Spicherer Berg den Europastein (mit Europa drumrum, aber hauptsächlich Frankreich und Deutschland). Hier gibts auch das Gasthaus Woll. Dort bekommt man alles französisch gemacht. Vor allem das Essen. Wir sind nämlich hier in Frankreich! Aber nur kurz, denn der Wanderweg führt uns rasch zurück nach good old Germany.
Früher ging der Weg über die Goldenen Bremm. Aber als Fußgänger kommt man dort nicht mehr über die Autobahn. Deswegen geht man vom Europastein neuerdings ein Stück zurück und steil bergab und folgt dann dem Wegweiser zum "Erbeldinger Hof", welcher wieder auf deutschem Boden steht. Hier gibts sogar Pferdesteak. Ob Stute oder Hengst ist mir nicht bekannt.

Der ziemlich gut beschilderte Weg führt uns ums Industriegebiet Saarbrücken-Süd herum, von dem man erstaunlicher Weise vom Wanderweg aus gar nicht viel sieht, und bald darauf zum "Deutsch-französischen Garten". Der muss im Sommer sehr schön sein. Gaststätten mit Bierausschank und Imbissbuden locken, sind aber noch geschlossen. Bimmelbahn und Sesselift locken auch. Die stehen im Winter leider auch still. Einen Teich mit Enten und Gänsen gibts auch. Und die bewegen sich sogar. Sehr schön!
See im Deutsch-französischen Garten
Am Spielcasino verlässt man den Park. Nun geht es 2,5 Kilometer schon wieder bergauf durch den Wald bis nach Schoeneck (wieder in Frankreich), und gleich wieder 2,5 Kilometer bergab, auch durch den Wald bis hinein nach Burbach (wieder in Deutschland).

Burbach
Laut dem Flyer, den man sich hier
runterladen kann, endet die erste Etappe des SSRW hier. Ich wollte noch weiter bis Heinrichshaus, weil dort die Straßenbahn zum Zentrum und Bahnhof fährt. Vom Marktplatz in Burbach bis nach Heinrichshaus muss man nochmal ungefähr 6 Kilometer tappen. Zum Glück nicht steil bergauf. Ein zugefrorener See begleitete mich ein gutes Stück rechts des Weges. Und ne Fischergaststätte gibts am See auch. Die war sogar auf, ich aber nicht drin. Obwohl ich ein Bier vertragen hätte. Nur der letzte Kilometer bis zur Haltestelle ist nochmal würzig. Bis zu 14% Steigung gehen nochmal in die Knochen! Nach nun 23,5 Kilometern war die erste Etappe für mich in Heinrichshaus beendet. 


Am nächsten Tag (19.01) ging es gleich weiter. Das Gute ist, der Startpunkt Heinrichshaus liegt weit oben und man geht erst mal  5
Kilometer leicht bergab. Der Nachteil ist, man wird bei den heutigen Minustemperaturen nicht warm dabei. Trotzdem waren etliche Leute im Wald unterwegs. Man versucht hier wie in einem Nationalpark, einen Urwald zu erschaffen, indem man die Natur sich selbst überlässt. An zwei weiteren malerischen Teichen führt der SSRW vorbei, welche ebenfalls total zugefroren waren.

Nach jetzt schon acht Kilometern durch den Wald bringt eine Ampel den Wanderer, jetzt schon mitten in Saarbrücken-Malstatt, über einen vierspurigen Autobahnzubringer (zur A623), dann an der Saarlandhalle vorbei, nochmal unter der Autobahn hindurch und gleichzeitig über den Güterbahnhof hinweg. Klingt doof, ist aber genau so. Die Fußgängerbrücke hängt unter der Autobahnbrücke, aber eben auch über dem Güterbahnhof.
Die Johannisbrücke! Oben Autobahn, unten Bahnhof!
Auf der anderen Seite des Bahnhofs geht es wieder für vier Kilometer hinein in den Wald. Erst bergauf, dann eben bis zum Wildpark (freier Eintritt), in dem ich mich aus Zeitgründen nicht weiter aufhielt. Mal rechts, mal links, aber immer gut ausgeschildert erreicht man nach einer Stunde die Universität! Zum Studieren hatte ich auch keine Zeit. Nach dem Passieren der Uni kommt nochmal ein Hammeranstieg! Auf 1,5 Kilometern gehts 150 Meter hinauf. Da kommt man aus der Puste und ins Schwitzen. Zum Glück hatte ich Klamotten zum Wechseln dabei! Oben auf 380 Metern steht der Schwarzenbergturm, den man auch noch besteigen kann, wenn er geöffnet ist. Von oben hat man eine grandiose Aussicht auf Saarbrücken. 
Universität
Der Schwarzenbergturm



Von hier sind es nur noch knappe 4 Kilometer bergab durch den Wald bis zum gestrigen Ausgangspunkt, der Saarbahnhaltestelle "Am Kieselhumes". Den Kaninchenberg, über den der SSRW auch noch kurz vor dem Ziel führt, habe ich nach Absprache mit meinem Gewissen ausgelassen. A: Weil ich völlig durchgeschwitzt war und fror und mich umziehen musste. B: Weil ich einfach keinen Bock mehr hatte. Auch das gibts! 21 Kilometer reichten auch für heute!
Erstaunt bin ich über die Tatsache, das der SAARBRÜCKER-STADTRUNDWEG einen großen Waldwegeanteil hat, sehr viel Natur bietet, viele Seen, Aussichten und natürlich Kneipen, von denen im Winter leider einige zu sind. Es ist eben der Nachteil des Wanderns im Winter. Doch der nächste Sommer kommt bestimmt! Und es gibt viele viele Austiegsmöglichkeiten am Weg mit Anschluss an die öffentlichen Verkehrsmittel. Das ist wirklich toll! Ich komme im Sommer wieder!
Der Schwarzenbergturm



Bis bald im Wald, euer oller Waldkauz Rübezahl... ;-)

Der Kleine Mainzer Höhenweg

Von Laubenheim über Harxheim, Ebersheim, Klein Winternheim, Lenneberger Wald (mit Turm und Gaststätte) nach Mombach


Der "Kleine Mainzer Höhenweg" ist gar nicht so klein. Er hat 33 Kilometer zu bieten! Er heißt "klein", weil es in den Alpen einen "Mainzer Höhenweg" gibt, der wahrlich groß ist. Der ist aber gar nix für einen Durchschnittswanderer wie mich. Der geht gleich mal über drei Dreitausender und über Gletscher und so.
Der "Kleine Mainzer Höhenweg" (für den Rest des Berichtes nenne ich ihn KMHW) hat am höchsten Punkt  "nur" 241 Meter zu bieten. Das Höhenprofil ist nicht besonders anspruchsvoll. Ein paar Anstiege gibt es schon, aber nix dramatisches. Und Gletscher gibts auch nicht! Ehrlich!
Im Sommer kann man diesen Weg mit 33km Länge schon mal an einem Tag gehen, aber im Winter ist das wegen der frühen Dunkelheit nicht zu schaffen. Höchstens man latscht im Dunkeln durch die Pampa.
Ich bin Vom Hauptbahnhof mit dem Bus 61 an die Endhaltestelle in Laubenheim gefahren. Dort findet man schnell den Einstieg in den KMHW. Es geht ein paar Meter bergauf und oben auf der Laubenheimer Höhe dann Richtung Bodenheim. Bald hat man auch einen  schönen Blick auf diesen Weinort.
Bodenheim
Leider hat mich kurz nach der Schutzhütte "Bodenheimer Hoch" die Wegemarkierung verlassen. So musste ich mich auf meine Karte verlassen, welche aber auch einen etwas anderen Wegeverlauf zeigte, als die Realität vorwies. Im Satellitenbild habe ich den richtigen weg mal rot eingezeichnet.
Am besten geht man, wie ich jetzt weis, auf :
Hier findet man alle nötigen Downloads und Infos.
Leider war es heute ziemlich kühl und nebelig. Da ist man einsam unterwegs. Ich liebe das eigentlich. Die Landschaft erscheint traurig, ist dafür sehr still. Schön, wenn man es mag!
Der KMHW führt normalerweise auch durch Gau-Bischofsheim, wegen meiner fehlerhaften Karte ließ ich es links liegen und ging rechts vorbei auf direktem Weg nach Ebersheim. Hier kann man Getränke kaufen, falls man durstig ist. Da gibts einen REWE mit Bier drin! Ich kaufte keins. Hätte ich mal tun sollen. Der Weg wurde zwischen Ebersheim und Winternheim, dem Ziel der ersten Etappe, durchaus "weich", wenn ich das mal so sagen darf! Mit Bier im Blut wärs mir egal gewesen. Vielleicht!
Der weiche Weg versaut die Schuhe
In Winternheim beendete ich diese 1.Etappe. Dieser Endpunkt ist sehr günstig. Von hier fahren stündlich Züge und oft Busse (Linie 54) zum Hauptbahnhof Mainz. 
Es dauerte fast vier Wochen, bis ich den zweiten Teil in Angriff nahm. Faulheit und schlechtes Wetter waren die Gründe für die Pause.
Am 17.01.2017 raffte ich dann meine Wampe auf, fuhr mit Zug und Bus nach Klein-Winternheim und begab mich bei herrlichstem Sonnenschein, aber arschkalten Temperaturen auf den zweiten Abschnitt des KMHW.
Hinter Klein-Winternheim geht erst mal kurz und knackig bergauf. Da muss man bei Minustemperaturen aufpassen, das man nicht zu sehr ins Schwitzen kommt. Sonst friert man später. Und immer Klamotten zum Wechseln mitnehmen, falls man mal durchgeschwitzt ist! WICHTIG!!!
Oben angekommes traute ich meinen Augen nicht! Man kann hier bei klarer Sicht bis nach Frankfurt sehen. Heute war klare Sicht. Auf dem Foto unten erkennt man es (leider etwas unscharf durch Einstellen einer für diesen Zweck ungeeigneten Pixelzahl) am Horizont.
Bild vergrößern durch anklicken, Frankfurt erkennt man am Horizont
Bald führt der Weg durch den Ober-Olmer Wald und hier über den höchsten Punkt (241 Meter) des KMHW. Hier waren früher Atomraketen stationiert. Zum Glück hat sie keiner benutzt. Strahlen tut hier also nix. Doch ich strahlte vor Freude über das herrliche Wetter und den schönen Weg.
Ober-Olmer Wald
Der Wald wird bald von großen Obstplantagen mit kleinen Obstbäumen abgelöst. Obst hing nicht an den Bäumen. Is ja klar. Aber der Wind pfiff eiskalt über die Höhe. Ich musste alle Jacken dicht machen und die Mütze zubinden und extra noch die Kapuze drauf. Dann ging es mir wieder gut. Lerchenberg, Drais und Finthen lässt der Weg rechts liegen. Es ist ein weites, offenes und hoch gelegenes Gelände, windanfällig, aber sonnig.


Nachdem man die Autobahn unterquert hat kommt man in den Lenneberger Wald. Da stehen Bäume auch im Winter rum. Die bremsen den kalten Wind deutlich. Ich konnte die Kleiderordnung wieder etwas lockern und sogar die Pelzmütze gegen eine dünnere Wollmütze tauschen. Überhaupt ist dieser Wegeabschnitt von der Sonne mehr begünstigt, da die Wege, die bei Klein-Winternheim noch voll Eis und Schnee waren, hier frei und trocken waren.
Durch Laubwald, zu dieser Jahreszeit ohne Laub, bewegt man sich meistens leicht. Und zwar bergab. Das sieht man auch am Höhenprofil des Satellitenbildes oben. Auch der zweite Abschnitt des KMHW ist nicht sehr fordernd, vom steilen Anstieg gleich zu Beginn mal abgesehen. Man passiert das Schloss Waldhausen, wo eine Schule der Sparkasse drin ist und kurz darauf das Ausflugslokal und Restaurant "Lennebergturm". Den Lennebergturm kann man im Sommer besteigen. Im Winter nicht. Wegen zu. Die Gaststätte öffnet aber immerhin ab und zu.
Restaurant und Ausflugslokal Lennerberger Turm
Weiter führt der Weg durch einen Wald, der von den Mainzern sehr geliebt wird. Hier sind viele Menschen unterwegs. Jogger, Hundausführer mit und ohne Leine, Radler, Spazierer, Walker, Nordic Walker und ich mit Sack und Stöcken auch. Das schöne Wetter lockte die Leute aus der Bude. Schon bald erreicht man den Waldfriedhof in Mombach. Dort kann man in den Bus (wieder Linie 61 Richtung Laubenheim) einsteigen und zurück zum Hauptbahnhof Mainz fahren. 
Fazit: Der KMHW ist im Frühjahr oder Sommer noch mal eine Reise Wert. Dann aber im grünen Wald und ohne Eiswind. Das wird sicher auch sehr schön.
Lenneberger Wald



Bis bald im Wald, euer oller Waldkauz Rübezahl...