Dienstag, 13. September 2016

Der Weinwanderweg Rhein-Nahe: 3.Etappe

Von Staudernheim nach Bad Münster am Stein

Gegangen am 13.09.2016

Auf dem Heimbergturm
Letztens habe ich geschrieben: Der "Weinwanderweg Rhein-Nahe" gehört nicht zu den Schwersten...Pustekuchen! Hab mich geirrt! Die Etappe heute von Staudernheim nach Bad Münster am Stein hat mich voll geschlaucht. Jaaaa, es waren über 30°C. Jaaaa, die Anstiege waren weit heftiger, als ich vermutete. Ich der ewige Optimist, der jeden Berg flach redet!
Ne jaaa Leute, die von mir geschätzten zu gehenden Kilometer und die, die es dann tatsächlich wurden, waren zu meinen Ungunsten auch nicht annähernd identisch. Und die zu bewältigenden Höhenmeter überraschten mich auch. Erst gings ja gemütlich und eben bis nach Boos. Man siehts am Höhenprofil. Aber dann! Auf 2,5 Kilometer Weg 170 Meter nach oben. Bis zum Heimbergturm der dann nochmal 144 Stufen hat, die einen nochmal 30 Meter nach oben bringen. Ist machbar und gar nicht so schlimm. Leider waren es aber über 30°C.
Der Heimbergturm
Der Heimbergturm bietet geile Aussichten in alle Himmelsrichtungen. Das entschädigt für die Strapazen des Aufstiegs. In der Ferne grüßte schon der Rothenfels, den ich heute auch noch erklimmen wollte.
Blick Richtung Rothenfels
Zu allem Unglück ergab es sich, das ich mich zweimal verlief, weil irgend welche Witzbolde die Wegweiser verdrehten. Durch diesen Zeitverlust verfehlte ich mein Ziel Bad Kreuznach deutlich und habe in Bad Münster am Stein Schluß gemacht. Aber vorher galt es noch, den Rothenfels zu bezwingen. 
Der Rothenfels noch näher
Im Bild oben ist er schon ganz gut zu erkennen. Ich war schon oft oben, aber diesmal graute mir es vor dem Aufstieg, weil ich jetzt schon kaputt war. Einfach zu heiß heute. Nur Rübezahl wäre nicht Rübezahl, wenn er das, was er sich vorgenommen hat, nicht schaffen würde. Also hoch mit dem faulen Arsch. Zuerst gings in den Biergarten "Zur Bastei". Dort atmete ich einen halben Liter Radler ein. EX! Fast...
Prost. Im Biergarten "Zur Bastei"
Dann noch rüber zur Bastei, deren Aussicht man nie verpassenn sollte, wenn man sich schon mal hier hoch gequält hat.
Blick von der Bastei
Zum Schluß waren es dann sogar 27 Kilometer. Damit hatte ich gar nicht gerechnet. Aber mein GPS-Gerät lügt nicht. Hier die heftige Statistik zum heutigen Gewaltmarsch.

Da ist nur Wasser drin! Leider kein Bier oder Wein...
Nach einem stressigem Tag sagt entspannt:
Bis bald im Wald...euer Rübezahl!

Montag, 12. September 2016

Der Weinwanderweg Rhein-Nahe: 2.Etappe mit mystischem Flair

Von Bad Soberneheim über den Disibodenberg nach Staudernheim

Gegangen am 12.09.2016

Nach ein paar Stündchen Schlaf (ich hatte Nachtschicht), dachte ich mir: Geiles Wetter, gehste ein paar Kilometer. Ab in den Zug und auf nach Bad Sobernheim, dort wo ich letzten Mittwoch meine Etappe (siehe letzten Post vom 11.09.) auf dem Weinwanderweg beendet hatte.
Teerwege überall, außer auf dem Disibodenberg
Kilometermäßig hatte ich mir nicht viel vorgenommen. Dafür hatte ich mehr Zeit für die Klosterruine auf dem Disibodenberg eingeplant. Los gings also in Bad Sobernheim. Der etwas versteckten Ausschilderung folgend kommt man erst an der Minigolfanlage vorbei, auf den Barfußpfad trifft man später auch und zwischen Bahnlinie und Nahe spazierend ist man recht schnell in Staudernheim. Hier überquert man die Nahe und kommt ins Zentrum Staudernheims. Dort lockte mich ein Biergarten mit bunten Sonnenschirmen. War aber ne Verarsche. Der Laden war zu.
Staudernheim
Es gab also keinen Grund, hier länger zu verweilen. Ich hatte genug Getränke im Rucksack. Vom Zentrum Staudernheims bis zum Museum und dem Eingang zum Disibodenberg sinds dann noch 1,5 Kilometer. Ist aber alles flach. Keine Angst. Nur hoch aufn Berg muss man etwas kraxeln. Aber es lohnt sich! Die Klosterruine ist spektakulär.
Der Disbodenberg ist ein Landschaftspark mit den Ruinen einer großen Klosteranlage (3 Hektar). Besonder schön finde ich es hier im Herbst, wenn es dämmert und die kahlen Bäume und das gefallene Laub den zahlreichen Ruinen einen schaurig-mystisches Flair verleiht.
Wimmelbild! Wer sieht mich?
Die Ruinen des Klosters auf 3 Hektar Park verteilt
In diesen Kloster verbrachte die 2012 vom Papa Benedikt XVI heilig gesprochene Hildegard von Bingen ungefähr 40 Jahre ihres Lebens, bevor sie nach Bingen ging, der Stadt ihren Namen gab (oder umgekehrt?) und starb. Das war im Jahr 1179. Sie hinterließ nicht nur Ruinen! Auch fromme Bücher und solche Dinge.
Nach einer Stunde und von Eindrücken voll verließ ich diesen heiligen Ort. Nach einen kurzen Abstieg auf einem Weg, der, wenn man ihn kennt, nach oben zu den Ruinen führt, ohne das man am Kassenhäuschen vorbei kommt und man man völlig legal 5€ Eintritt spart, weil es ein öffentlicher Weg ist, ging es weiter auf dem Wanderweg Richtung Boos. Der zweigt dann nach der Überquerung einer Eisenbahnbrücke, welche nur noch von Draisinen genutzt wird und von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden darf, nach links ab. Mich zog es nach rechts auf den Weg zurück nach Staudernheim. Morgen gehts weiter Richtung Boos, Bad Kreuznach.
Die Draisinenbrücke
Von hier bis zum Bahnhof Staudernheim sind es noch ein schlapper Kilometer. Dort wartet der Draisinenwirt mit kaltem Bier auf den durstigen Wanderer. Auf Draisinenfahrer wartet er auch. Das war mir aber Wurscht. Es ist recht gemütlich beim Draisinenwirt. Ehrlich. Aber nur bei schönem Wetter. Und bis zum Bahnhof sinds auch nur noch zwei Minuten.
Beim Draisinenwirt
So habe ich heute recht entspannt dem "Weinwanderweg Rhein-Nahe" 7 Kilometer abgeknapst, bin selbst jedoch 11 Kilometer gelaufen. Auf dem Berg oben war ich allein eine Stunde unterwegs, um alles anzugucken.

Blick vom Disibodenberg auf Odernheim
Das wars für heute.
Bis bald im Wald sagt ... euer Rübezahl!

Sonntag, 11. September 2016

Der Weinwanderweg Rhein-Nahe: 1.Etappe

Von Kirn nach Bad Sobernheim 

Gegangen am 07.09.2016
Der Mundräuber Rübezahl

Der Weinwanderweg Rhein-Nahe verläuft auf knapp 100 Kilometern von Kirn durchs Nahetal nach Bingen und gehört nicht zu den schwersten Fernwanderwegen. Natürlich sollte man die Etappen nicht zu lang wählen. Vor allem dann nicht, wenn die Sonne knallt. Ich bin 24,5 Kilometer getappt bei 30 grad. Gestartet in Kirn am Bahnhof, durch Dhaun mit Schloß Dhaun, weiter durch Simmertal, Weiler bei Monzingen und Monzingen auch und zuletzt durch Nußbaum zum Endpunkt der ersten Etappe auf dem "Weinwanderweg Rhein-Nahe" Bahnhof Bad Sobernheim, wo man kaltes Bier kaufen kann. Das war schon hart. 
Was mir persönlich nicht so behagt, ist die Tatsache, des der Weg oft kilometerweit auf geteerten oder breiten geschotterten Wegen verläuft. Ich gehe dann lieber, wenn es möglich ist, neben dem Weg im Gras. Mir schmerzen die Füße nach langen Teerpassagen. Wer unwegsame Pfade mit extremen Auf- und Abstiegen in tiefen Wälder sucht, ist hier falsch.
Wer schmerzende Füße hat, wird sich über die zahlreichen Ausstiegsmöglichkeiten freuen. Das Nahetal ist mit zahlreichen Bahnhöfen gesegnet. Erkundigt euch, wo man die öffentlichen Verkehrsmittel erreicht.

Das viele andere Wanderwege kreuzen und queren, beweist die Beliebtheit diese Wandergegend. Schloß Dhaun, welches ich gestern schon lobte, sollte man nicht links liegen lassen, sondern wenigstens umrunden. Es gibt einen Spielplatz, Kanonen und Toiletten. Am geilsten sind die Katakomben. Sie zu besichtigen, kostet keinen Pfennig. Nur die Gastronomie ist echt bescheiden, nämlich gar nicht vorhanden. Alles zu. Dafür gibts von der Jahreszeit abhängig am Wegesrand genug zu futtern. Äpfel direkt vom Baum. Oder Wein. Nein! Nicht der in Flaschen, der in Traubenform.
In den Katakomben von Schloss Dhaun
Auch mit unvergesslichen Aussichten wird nicht gespart. Im unterem Bild ist der Ausblick vom Schloß Dhaun nach Kirn zu bestaunen. Ist schon irgendwie komisch, das die Blicke von oben nach unten immer schöner sind, als Blicke von unten nach oben. Und das hat den Nachteil, das man erst hoch kraxeln muss, um runter zu gucken.
Blick Richtung Simmertal

Nächste Woche gehts weiter auf dem Weinwanderweg. Schönes Wetter ist gemeldet.
So dann bis nächste Woche!

Bis bald im Wald (oder auf dem Weinberg):
Euer Rübezahl...

Dienstag, 6. September 2016

Vitaltour "Wildgrafenweg" Hochstetten

Gegangen am 06.09.2016

Die Vitaltour "Wildgrafenweg" startet in Hochstetten und bietet einige Haileits (Highlights). Schloß Dhaun zum Beispiel, oder die Stiftskirche und nicht zuletzt den Nahe-Skywalk. Aber der Reihe nach. 
Dieser Weg ist supergut mit der Bahn zu erreichen. Vom Bahnhof Hochstetten bis zum Startpunkt des Rundweges sinds gerade mal 700m. Also kein Problem für Menschen ohne Auto. 14,5 Kilometer sind zu gehen. Diese 14,5 Kilometer beinhalten leider auch einige echt knackige Anstiege welche bergauf gehen. Ich zeig mal das Profil:
Schloß Dhaun ist das erste Highlight. Vor allem für Kinder ist es toll, in den Katakomben des Schlosses herumzugeistern. Menschen, die größer als Kinder sind, sollten auf ihre Birne achten, die unterirdischen Gänge sind oft für dicke Beulen verantwortlich. Aber Spaß macht es schon, in den Gängen herum zu tollen, vor allem, wenn andere die Beulen bekommen.
Die Katakomben im Schloss Dhaun
In Dhaun, gleich hinter dem Backes (Bitte auf die Ausschilderung achten!) geht der Weg links eine steile Teppe hoch, an einer Sternwarte vorbei, durch Wald und über Feldwege herrlich durch die Natur mit grandiosen Aussichten auf die Welt.
Blick auf Simmertal
Teerwege gibts fast nicht. Brombeeren und Pflaumen (hier sagt man Quetsche) gabs für mein Wohlbefinden direkt am Wegesrand. Mit einem Pfläumchen im Mund kommt man dann irgendwann zum Höhepunkt. DEM NAHE-SKYWALK.
Der teure aber unnötige Skywalk!
Dieser Skywalk hat ca. 260 Tausen Euro gekoste und bietet eine Aussicht, die es für null Euro vorher auch schon gab. Ohne Stahlkonstruktion halt. OK. Die EU und das Land Rheinland-Pfalz haben das von Steuern bezahlt. Eine Stahlkonstruktion für jede Menge Geld für ein paar Wanderer, die von der Stiftskirche gleich nebenan den selben Ausblick gehabt hätten. Was solls. Offiziell ist es ein Touristenmagnet. Ich war schon drei mal hier, und immer stand ich alleine hier oben. Und der Biergarten nebenan war auch immer zu.
Die hätten mal das Geld der Stiftskirche geben sollen. Oder mir.
Der Skywalk von unten. Wer sieht ihn?
Nach einer Besichtigung der Kirche und dem Ausblick vom Kirchhof ins Nahetal, welcher identisch ist mit dem vom Skywalk, gehts wieder runter nach Hochstetten. Hier kann man, wenn man noch Zeit hat, an der Dönerkneipe mit Biergarten das Bier trinken, welches der Biergarten am Skywalk nicht bot.
Die Dönerbude Hochstettens in der Bildmitte
Trotzdem ist der Wildgrafenweg echt schön. Und wenn man nicht übers Geld nachdenk, ist der Skywalk auch schön. Probierts aus und sagt mir eure Meinung. 
Selbstauslöser war schneller als ich

Es ist jetzt spät, darum...

Bis bald im Wald, euer Rübezahl!


Sonntag, 4. September 2016

Traumschleife "Stumm-Orgel-Weg" Rhaunen

Gegangen am 31.08.2016


In Rhaunen haben die Wanderwegkonstrukteure den Stumm-Orgel-Weg in die Landschaft gebaut. Ich verrate es euch im Voraus: Er ist sehr gut gelungen! Es ist ein Weg für Sonnenhungrige. Also auch gut geeignet für kühle, aber sonnige Tage. So wie es heute mit um die 30°C war. Es gibt auch Wald mit Brombeeren drin. Leute! Was gibts besseres als Brommbeeren direkt vom Busch mit Käfern und Spinnweben verzehrt. OK ... Flaschenbier ist auch lecker.

Einstiegmöglichkeiten zum Weg gibts am Freibad "Idarwald" mit genügend Parkplätzen, ebenso an der Bushaltestelle Rhaunen Markt. Montag bis Freitag ist Rhaunen erstklassig mit dem Bus zu erreichen. Am Wochenende ist's eher mau. Außerdem gibts am Markt einen Imbiss und ne Gaststätte mit Biergarten. Da kann man nach der Wanderung die Brombeeren mit Bier veredeln.
Der sonnige und vom Profil her angenehme Weg führt den Wanderer zuerst an Bollenbach vorbei nach Sulzbach, wo man in einer kleinen Dorfkirche eine Stumm-Orgel bestaunen kann. Man kann sich vor der Wanderung schon mal mit der Stumm-Familie beschäftigen. Muss man aber nicht, weil einige Infotafeln am Wegesrand den Wissenshunrigen gut über alles Wichtige aufklären. Geburt und Tod zum Beispiel. Und wo sie georgelt haben auch. Und anschließend Kinder bekamen....
Stummorgel in Sulzbach
Weiter geht's Richtung Hottenbach und Stipshausen, welche der sehr gut ausgeschilderte Weg nicht direkt berührt. Wenn man ein paar Kilometer Umweg in Kauf nimmt, kann man in diesen Dörfern noch weitere stummsche Sehenswürdigkeiten angucken. Ich hatte aber keine Zeit dazu. Leider. Aber ich komme sicherlich wieder. Mit mehr Zeit.
Nach ungefähr 4 Stunden nähert man sich langsam aber sicher wieder Rhaunen. Vom Schwimmbad einmal rund zurück zum Schwimmbad sind es ca. 14 km. Da kann man nach der Wanderung noch ne Runde planschen. Im Satellitenbild habe ich die mal rot eingefärbt. Ich bin 18 km gegangen von und bis Rhaunen Bushaltestelle und einigen Schlenkern durch die Pampa. Bergemäßig ist der "Stumm-Orgel-Weg" auch nicht sehr mühevoll. Anfängergeeignet. Wenn man genug Zeit einplant. Nur nicht hetzen.

Fazit: Ich möcht diesen Wanderweg wärmstens empfehlen!

Ich sag wie immer:
Bis bald im Wald, euer Rübezahl!