Samstag, 24. Januar 2015

Der Schweinehund

Rundweg X1 = 20 Kilometer rund um Oberstein


Der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Das stimmt schon. Vor dem ersten Schritt kommt jedoch etwas viel schwierigeres: Die Überwindung des inneren Schweinehundes. Und der kann verdammt zäh und widerborstig sein...
Wenn man morgens in der Stube beim heißen Kaffee hockt und vor dem Fenster ein grauer Tag sich fertig macht, Depressionen unter die Menschheit zu streuen, nagt er an deiner Wanderlust: Der elende Schweinehund! 
Dann muss man kämpfen! Dann muss man die Wanderschuhe schnüren und dem Schweinehund einen Kick verpassen, das er vergisst zu jaulen.
Das tat ich am 22.01.2015, einem Donnerstag. 
Mit leichtem Gepäck (Getränk, Kamera, Stöcke und Notfallausrüstung) machte ich mich auf zu einer kurzen Runde. Etwas Bewegung schadet nie.
In der Göttschieder Strasse, gleich unten an der Polizei, geht ein kleiner Steg direkt in den Wald hinein. Vom Bus aus kann man ihn sehen. Aber wer hat in jemals überquert. Ich. Heute. Ein Wegweiser steht auch da. Guckst du unten:


Der Steg zum Weg


Es geht erst mal bergauf und bald ist man mitten im Wald. Und das so nah der Stadt. Der Schweinhund tappt zwar noch mit, hat aber hoffentlich keine Kondition.
Nach 30min Marsch hat man einen schönen Blick auf Oberstein und das Schloss. Am Schloss angekommen, dachte ich mir, och was solls, geh ich noch ein Stück auf den auf dem als Rundweg X1 bezeichneten Rundweg. Es gab sogar etwas Schnee hier und da, aber keine Sonne. Die Temperaturen waren so um die null Grad. Später durchquerte ich das Naturschutzgebiet "Gefallener Felsen", welches keinen gefallenen Felsen hat. Hier ist es im Frühling und Sommer wunderschön. Heute ist es irgendwie nicht Fisch noch Fleisch. Nicht richtig Schnee, keine Sonne, neblig. Trotzdem gehts mir gut. Ich genieße die Ruhe. Ein paar komische Vögel sitzen in den kahlen Bäumen und gucken und piepsen. Ich guck zurück. Das piepsen verkneife ich mir. Hab doch keinen Vogel. Nur nen Schweinehund.
Ne schöne Aussicht auf die Struth gibts nebenbei auch.

Wohngebiet Struth-Neuweg nach 1h 10min
Von hier gehts bergab am Friedhof vorbei, über die Nahebrücke, und wieder bergauf und durch den Wald Richtung Wohngebiet Struth-Neuweg. Hier wollte ich den Bus zum Bahnhof nehmen. Oben angekommen dachte ich mir. Och weeste Rübezahl, a bissl geht noch. Den Bus kannste auch auf der Hohl (auch ein Stadtteil von Oberstein) nehmen. Was ich nicht bedachte, war, das der Weg von der Struth runter bis ins Vollmersbachtal, am Tanzpalast Granada (ohne Tänzer) vorbei, und dann steil, sehr steil bergauf zur Hohl geht. Und wie steil! Mein GPS zeigte später 27% Steigung an. Das ist schon was. Auf diesem Streckenabschnitt schaute der Schweinehund wiedermal aus dem Gebüsch und grinste blöd. Der ARSCH! Ich missachtete ihn und ging echt schwitzend und schnaufend wie eine Dampflok den Berg hinauf. Schritt für Schritt. Mechanisch fast. Auf der Hohl nehme ich aber den Bus. Sicher!

Zwischen Struth und Hohl
Auf dem Weg zum Bus, am Tierheim vorbei, steht da ein Wegweiser. Rundweg X1 nach links. Und da ich von den Aufstiegsstrapazen schon wieder erholt war, dachte ich mir: Scheiß druff! Links schwenkt Marsch. Es ist noch Zeit. 
Nun lief ich hinab in ein Tal mit einem Bach, dessen Name ich nicht weiß. Aber irgendwie schön ist es hier. Bis auf die zwei Frauen, die mit geschätzten zehn Hunden verschiedener Rassen spazieren gingen und die teilweise nicht angeleint waren. Manche kläfften. Ich ging schnell und mit mulmigen Gefühl vorbei, die Stöcke kampfbereit, aber nicht drohend in der Faust. Mein Schweinehund war übrigens nicht dabei. Der hatte wohl aufgegeben. 
Leider konnte ich mit den Stöcken in der Hand kein Foto von der Rasselbande machen. 
Mein Angstschweiß war noch nicht getrocknet, da ging es bergauf. Schon wieder. Warum hab ich vorhin nicht den Bus genommen???
Ich passierte einen Sportplatz (ASV Idar-Oberstein) ohne Sportler, einen Hundeplatz ohne Hunde, einen Rastplatz für Wanderer ohne Wanderer. Zeit zum Rasten hatte ich sowieso nicht. Es ging schon auf Vier zu. Fünfe wirds dunkel!
In Hammerstein, gegenüber vom Gasthaus "Homerischer Hof", konnte ich dieses Foto (siehe unten) machen, von dem ich Durst bekam. Aber das Gasthaus selbst war geschlossen. Wahrscheinlich ein Gasthaus ohne Gäste...

Nach 4 1/2 h in Hammerstein
Da in Hammerstein nur Busse fahren, falls Ostern und Weihnachten auf einen Tag fallen, musste ich weiter gehen. Ob ich wollte oder nicht. Es ging zum Nahestausee im Kammerwoog hinab. Und wenn ihr aufgepasst habt, wisst ihr jetzt, wenn es irgendwo bergab geht, gehts auch bald wieder bergauf! Das könnt ihr euch fürs Leben merken...
Die Nahe überquert man auf einen Staudamm, der die Nahe nicht mehr staut. Warum auch immer. 
Ich hätte jetzt vorbei an der Kammerwoog-Kneipe ohne Steigung zum Bahnhof gehen können. Aber nu war es mir Wurscht und das letzte Stück vom Kammerwoog hinauf zum Barbararing und runter zur Mainzer Strasse / Hauptstraße ging ich jetzt trotzig auch noch. Inklusive der letzten nicht unerheblichen Steigung. Die ging mir nach zwanzig Kilometern nochmals mächtig in die Beine. Und Arme. Die Stöcke, wisst ihr?



Leute: Ich sage euch, der Rundweg X1 hat es in sich. Mindestens vier anspruchsvolle Steigungen, über zwanzig Kilometer Länge fordern schon einiges an Kondition. Es gibt aber mehrere Ausstiegsmöglichkeiten, so das man ihn in mehreren Etappen gehen kann. Und er ist gut ausgeschildert, wenn man ihn im Uhrzeigersinn geht. Nehmt bitte trotzdem eine Karte mit. Sicher ist sicher. Am besten die Wanderkarte "Deutsche Edelsteinstraße 1:35000".
OK...muss jetzt meinen Muskelkater pflegen. Ob mein Schweinehund auch einen hat? Würd ich ihm gönnen...

Bis bald im Wald, euer Rübezahl...
Und es sollte nur ne kurze Runde werden!


Der Schweinehund ist weg!

Von Schnee und Schlamm

Trainingseinheit mit vollem Gepäck!

Von Göttschied über Georg-Weierbach nach Fischbach und über den Ballenberg zurück (07.01.2015)

Ich bin ja so faul im Winter. Ich liege vor der Klotze und stopfe Nahrung in mich hinein. Ich habe es warm und bequem. Und trotzdem nagt die Unzufriedenheit in mir. Mir fehlt am Abend die Genugtuung, etwas geschafft zu haben.
Irgend eine Herausforderung muss her.
Am 07.01. habe ich dann meine Rucksack gepackt mit Ausrüstung wie für ne Drei-Tages-Wanderung. Nur so. Trotzdem war ich mit dem zu geringem Sackgewicht nicht zufrieden. Hab ich aus Jux noch drei Liter Wasser rein gepackt. Dann gings los. Wohin wusste ich da noch nicht...
Mit dem Bus, der grad zufällig kam, fuhr ich von Oberstein nach Göttschied, drei mal gestolpert und schon stehe ich im Schnee. Cool! Unten in der Stadt lag kein Schnee mehr.
Und jetzt der Nase nach, die schon ein wenig kalt war. Erst mal raus aus Göttschied.


Zum Glück habe ich die Stöcke dabei, denn der Schnee ist angetaut und wieder gefroren. Das macht den Weg zur Huckelpiste. Rutschigen Huckelpiste. Trotzdem fühle ich mich wohl und stapfe in Richtung Fischbach. Der Wind pfeift etwas. Nicht schön, aber kalt. Ich schwitze trotzdem ein wenig. Das heißt im Klartext: Langsamer gehen! Und wenn man friert? Richtig: Schneller gehen. 

Natürlich muss man sich auch vernünftig anziehen. ZWIEBEL-SYSTEM! Aber ich weiche vom Thema ab.
Bald schon stehe ich auf dem Ballenberg. Der ist 506 Meter hoch und bietet mir eine herrliche Aussicht. Und schön einsam ist es hier auch.


Ich folge der Ausschilderung Richtung Fischbach. Der Wind versuchte mich weiter zu nerven, schaffte es aber nicht. Ein paar Rehe, die da rumstanden, schauten erst mich, dann sich an und wunderten sich über den zugeschnürten Zweibeiner, von dem man nur die kalte Nase sah. Dann ging es auf einem furchtbaren Weg runter nach Fischbach. Kaputtgefahren von -zig Forstfahrzeugen und schlammig auf voller Breite (Sonnenseite! Deshalb nicht gefroren.). Der Weg  sorgte dafür, das meine ziemlich neuen Schuhe ganz schön alt aus sahen.

Für einen Moment war ich sogar schlecht gelaunt. Ein Wanderer liebt seine Schuhe! Mehr als ein Macho sein Auto!
In Fischbach machte ich mich auf dem Nahe-Höhen-Weg (Ausschilderung: Weißes "N" auf grünem Grund) zurück nach Göttschied. Der Wind hatte nach gelassen und auf der Höhe waren die Wege endlich wieder gefroren. Ich suchte den tieferen Schnee und schlurfte hindurch, um meinen Schuhe ihr Aussehen zurück zu geben. Das ging sogar mehr oder weniger gut.
Die Sonne kam nochmal raus und wärmte mich sogar. 


Beim hinaufsteigen von Georg-Weierbach nach Göttschied verfluchte ich den Idioten, der den Rucksack so schwer gemacht hat und musste lachen...
Am Ende des Weges waren es fast 17 Kilometer. Windig und schlammig. Manchmal auch sonnig. Und schön wars auch. Ehrlich!


Zu Hause fühlte ich mich ziemlich kaputt und das war gut so. Versteht ihr? 


Bis bald im Wald, euer Rübezahl...

Donnerstag, 22. Januar 2015

Kurzes Gedicht 2

WINTERWALD

Im Wald da liegt, ich glaub es kaum,
Schnee neben, auf und um den Baum.


Auf dem Pfänder
Das freut mich sehr! (Ihr glaubt, jetzt spinnt er!),
Der Wald und Schnee sind schön im Winter!

Bis bald im Wald, euer Rübezahl...

Sonntag, 11. Januar 2015

Gardinen aus Eis (Traumschleife "Rund um die Kama")

Winterwampewegwanderung am 06.01.2015


Ich gebe zu, das ich mich im Winter immer etwas überwinden muss, um in die Wanderschuhe zu kommen. Aber mein Spiegelbild sagt: Rübezahl! Bewege deinen Arsch!
Also habe ich mir mal kurz die Stöcke geschnappt, und bin los. Trotz Minusgraden.


Am Ende bin ich im Prinzip die Traumschleife "Rund um die Kama" gegangen. Da mir dieser Rundwanderweg allein zu einfach ist, bin ich in Oberstein in der Mainzer Straße neben dem Getränkemarkt an der kleinen, unscheinbaren Treppe gestartet und bergauf Richtung Babararing, am Sportplatz vorbei runter zur Kama. Dort trifft man auf den oben erwähnten Rundwanderweg. Nach ein paar Metern schon konnte ich diesen herrlichen Eiszapfenvorhang bewundern. Dieser Anblick war es schon wert, los zu gehen.
Zum Glück hatte ich die Stöcke dabei! Stellenweise war es eine Schlitterpartie vom Feinsten.


Was ist das kleinere Übel? Minusgrade mit Schlitterpartie oder Plusgrade mit Matschwandern. Ich ziehe die Minusgrade vor. Und wenn noch Schnee liegt, gibts kein Halten mehr. 


Minusgrade, Schnee und Sonnenschein. Das macht Spaß. 
Und weil ich so viel Spaß hatte, bin ich an der Kammerwoog-Kneipe nicht wie geplant Richtung Oberstein, sondern an der Nahe weiter dem Rundweg gefolgt und dann hintenrum wieder den Berg hinauf Richtung Barberaring und Mainzer Straße. Am Ende sind es doch fast 13 km geworden. 


Zum Glück gibt es Rund um Idar-Oberstein so viel Natur und herrliche Wege. Diese Wege warten auf euch. Könnt ihr glauben. 

Wenn man mal ins Schwitzen kommt ist es auch nicht schlimm.


Bis bald im Wald, euer Rübezahl

Donnerstag, 8. Januar 2015

Eine Reise, ein See - drei Länder (Letzter Tag)

Meersburg am 29.12.2014

Der letzte Tag unseres Kurztrips begann wie die Tage zu vor auch. Frühstück bis zum Platzen. Das spart Geld. Da es am Bodensee so viele sehenswerte Sehenswürdigkeiten gibt und wir uns nicht so recht entscheiden konnten, wohin wir wollten, hat Lotte mit geschlossenen Augen eine Seite des Reiseführers (Dumont-Reiseführer Bodensee, 300 Seiten) aufgeschlagen und das war (Törööööö) MEERSBURG. Das liegt gegenüber von Konstanz am Bodensee und ist kinderleicht und stressfrei mit der Fähre zu erreichen.
Man nimmt die Stadtbuslinie 1 bis zur Endstation. Dort fällt man aus dem Bus direkt in die Fähre hinein. Total stressfrei und alles mit dem Kurtaxe-Beleg kostenfrei zu nutzen. Als Fußgänger jedenfalls.
15 min Überfahrt
In Meersburg scheint die Zeit still zu stehen. Im Winter jedenfalls. Im Sommer soll es hier von Touristen wimmeln. Das Zentrum Meersburgs ist ungefähr so groß wie ein Fußballfeld, nur mit weniger Spielern. Von den geschätzt 30 Kneipen, hatten 28 zu. In eine der zwei geöffneten gingen wir natürlich. Auf einer Tafel vor dem Lokal wurde Glühwein angepriesen. Und da der Wind immer noch pfiff und gefrorene Schneeflocken dabei spuckte, war Glühwein genau das richtige Mittel zur Stärkung des Immunsystems. Dieser Glühwein brachte mich aber nicht zum Lächeln. OK...zum Weinen auch nicht.

Unteres Zentrum Meersburgs
Uferpromenade
Unser eigentliches Ziel in Meersburg war die gleichnamige Burg: Die berühmte Meersburg. 

Touristenmagnet Meersburg als Modell
Da bekommt man einiges zu sehen für sein Geld. Alte Möbel, Kleider, Waffen, Küchen und Kerker (gibts da einen Unterschied?), Folterkammern und Pferdeställe. Fashion im Old-Eisen-Style kann man auch bestaunen. Lauter altes Zeug. Lotte war auch da.
Und ein Cafe gibt es mit mittelalterlichen Ambiente. Nur essen und trinken wollten wir nicht schon wieder. 50% unseres Urlaubs bestand schließlich nur aus Essen und Trinken, um es gelinde zu sagen. 
Wirklich beeindruckt war ich von der Kapelle! Seht selbst:

Geile Kapelle! 
Auch das herrlich erhaltene mittelalterliche Stadtbild ist eine Reise wert. Nach und nach stellten wir fest, das Meersburg doch mehr zu bieten hatte, als wir auf den ersten Blick annahmen. So bummelten wir durch die touristenleeren Gassen langsam und stressfrei Richtung Fähre.

Oberstadt Meersburg
Wieder in Konstanz schlugen wir bei immer noch ungemütlichem Wetter die Zeit in den Gassen der Altstadt tot, um früher oder später doch wieder in einer Lokalität zu landen. Es war die uns schon bekannte "Bürgerstube" gleich neben dem Bahnhof. Gutes Essen und trinken, gute Bedienung und urige Gemütlichkeit. Kein Schickimicki. Das geilste ist, Nichtraucher müssen in einen Nebenraum, wenn sie von rauchenden Mitbürgern nicht belästigt werden wollen. 

Raucherraum in der "Bürgerstube"
Die "Bürgerstube" von außen
So ließen wir unseren Kurztrip ausklingen, der viele Erlebnisse und erstaunlich viel Schnee bescherte. Das Wetter hätte wirklich besser sein können, dann hätten wir nicht so oft in Kneipen hocken müssen. Mir macht das ja nichts aus, ab und zu mal ein Weizen trinken zu müssen. Doch die arme Lotte! Immer diese furchtbare Tee. 
Dann ab ins Hotel, Rucksäcke packen. Die Rückfahrt verlief, trotz erheblicher Schneehöhen vor allem im Schwarzwald erfreulich verspätungsfrei. Nur in Mainz fiel gleich mal ein ganzer Regionalexpress der neuen Bahn-Firma "VLEXX" aus. Trotz fast nicht vorhandenem Schnee. Aber für so traurige Geschichten habe ich hier keinen Platz...

Bis bald im Wald, euer Rübezahl...

Mittwoch, 7. Januar 2015

Eine Reise, ein See - Drei Länder (Tag 2+3)

Konstanz und Bregenz

Samstag morgen war die Welt weiß. 10 cm weiß. Auf den Straßen ging nix mehr. Die deutsche Bahn wollten wir nicht für einen Ausflug strapazieren. Man weis ja was da abgeht bei Neuschnee über Nacht. Da reist man nicht! Da bleibt man mit dem Arsch im Bett. Wir blieben mit dem Arsch in Konstanz.
Also Bett erstmal bis 10 Uhr. Gibt ja bis 11 Uhr Frühstück. Konnten wir uns noch ne Stunde lang die Wampe voll schlagen. Hotel-Frühstück muss bis Abends reichen! Sachen gabs da zu essen, die standen bei mir noch nie auf dem Frühstückstisch. Obstsalat zum Beispiel. Ich hab mich immer ans Rührei mit Bacon gehalten. Gibts bei mir auch fast nie zum Frühstück. Der Faulheit wegen! Ihr wisst, was ich meine...

Konstanz  Stadtmitte
Vollgefressen haben wir uns dann  Kirchen, alte Häuser und geschlossene Geschäfte angeguggt. War ja noch Feiertag. Der Zweite Weihnachtstag. Der Schnee zauberte Weihnachtsgefühle in die Stadt.
Höhepunkt des Tages war das "SEALIFE" Konstanz. Da sind jede Menge Fische drin. Rochen, Haie, Sardinen, Seepferdchen, und und und. So viele Fische, das die paar, die wir gestern Abend beim Spanier gegessen haben, nicht unbedungt zur Überfischung der Meere beitragen. Quallen, Seepferdchen und Hai gabs beim Spanier sowieso nicht.. Quallen kann man nämlich nicht grillen!

 

Essen waren wir diesen Abend im "Roten Gugelhahn". Kultkneipe! Googelt mal!  Ohne Vorbestellung geht da gar nix. So was von gemütlich mit dem Kachelofen aus Kacheln. Alles andere war aus Holz, nur das Essen nicht. Das war schon wieder so was von lecker und viel. Ich krieg ne Wampe. Langsam aber sicher. 

Im "Roten Gugelhahn"
Wir sind dann früh ins Bett. Morgen wollen wir nach Bregenz/Österreich. Ich will der Lotte mal richtig Schnee zeigen. War nicht voraus zu sehen, das es Schnee ohne Ende schon in Konstanz haben wird. Ich lach mich tot.
Am nächsten morgen nach dem Frühstück sind wir in zwei Stunden mit der Bahn einmal um den Bodensee rum und schwupp, waren wir in Österreich. Schnee lag hier auch. Und dar sah auch genau so aus, wie in Deutschland. In Bregenz gibts auch ne Seilbahn. Die brachte uns dann für 10 € pro Nase hinauf auf den auf den "Pfänder" und in 1064 Meter Höhe und später auch wieder runter. 
Leute! Da oben lag so viel Schnee übereinander, wie in Konstanz nebeneinander. Fast jedenfalls. Manchmal übertreibe ich ein wenig.

Da hüpft die Lotte
Ist aber voll schön. Nix mit Salz streuen oder so! Reiner essbarer Schnee! Herrlich! Die Lotte ist gesprungen wie ein kleines Schneekind. Frieren ging auch nicht. Im Gegenteil: Beim Schneestapfen wird einem warm, obwohl der Wind pfiff und die Schneeflocken in meinem Bart sprangen, dort schmolzen und am unteren Ende meines Bartes wieder gefroren..


Ne Kneipe gabs da oben auch, die war aber knacke voll. Schade. Sind wir halt noch a bissl durch die verschneite Welt gesprungen, besonders wenn ein wahnsinniger Rodler sein Gefährt nicht mehr unter Kontrolle hatte und Knochenbrüche drohten. Runterwärts war die Seilbahn nicht mehr voll, weil die meisten Leute mit der Seilbahn nur nach oben fahren, meist noch nüchtern, dann oben in die Kneipe gehen, Bier und Jagertee trinken, dann mit dem Schlitten und anderen rutschenden Vehikeln nach unten zu brettern. Unten heil angekommen, gehts mit der Bahn wieder hoch, Kneipe rein raus, blau uff de Schlitten, Seilbahn hoch und runter, Kneipe rein raus. Schlitten hoch runter, später Kleinholz, Gips usw. Da wirst du irre.
Wir zwei Alten sind lieber auf den Bregenzer Weihnachtsmarkt (JAAA der war noch auf, obwohl nach Weihnachten). Dort gabs ne lebende Krippe mit Tieren. Die war cool gemacht. Und Glühwein gabs dort zum normalen Glühwein-Weihnachtsmarkt-Preis. Der war so gut, das er mir beim ersten Schluck ein Lächeln ins Gesicht zauberte, und das jetzt auch noch tut, wenn ich an ihn denke. Bregenzer Glühwein: Ich liebe dich! (Ja Ja Lotte! Dich auch...) Bratwurst und andere Spezialitäten brut (oder heißt das "bratete"?) ein bärtiger Almöhie. Zwei Würste haben wir bestellt, und eine noch dazu geschenkt bekommen. Obwohl wir wirklich nicht verhungert aussahen! Nette Leute diese Österreicher.

Der Glühweinstand meiner Träume
Nach einem kurzen Bummel durch die leere Fußgängerzone fuhren wir zurück nach Konstanz. Im Steakhouse "Bonanza" gabs schon wieder zu essen. Etwas teuer vielleicht, aber viel und das Geld wert. Irgendwie werde ich gar nicht mehr hungrig. Immer am Essen...
Der dritte Tag war zu schon Ende. Und die zwei Obersteiner waren auch. Ab ins Bett! Halt! Mein obligatorisches Weizen muss ich noch austrinken...

Bis Morgen, euer Rübezahl...

Dienstag, 6. Januar 2015

Wanderlust! ENGL - DEUTSCH

Übrigens: Wenn ihr im Wörterbuch im englischen Teil das Wort 

"Wanderlust" 

eingebt, erhaltet ihr als deutsche Übersetzung:

REISELUST, FERNWEH, WANDERLUST...

Also bitte nicht böse sein, wenn mal ein Reisebericht dabei ist, der sich nicht NUR mit Wandern beschäftigt.



Bis bald im Wald, euer Rübezahl...



Eine Reise, ein See - drei Länder (1.Tag)

Schweiz, Österreich oder Deutschland? Hauptsache weg!

Um diesmal zwischen den Jahren nicht vor langer Weile oder Fresssucht zu sterben, haben wir (die Lotte und der olle Rübezahl) kurzerhand die Rucksäcke gepackt, und sind auf nach Konstanz an den schönen, im Winter aber kalten Bodensee gepilgert. Schnell im Internet ein Hotel (Ibis) gebucht, die Zugverbindung rausgesucht, und mit dem "Quer-durchs-Land-Ticket" (52 € für zwei Personen) ging es dann am 25.12. los. Mit nur zweimal umsteigen. Die Züge waren gar nicht mal so voll. Ich auch nicht. 

Immer rückwärts musste ich fahren...
Am ersten Abend haben wir erst mal die Stadt erkundet und in den "Bürgerstuben" Gänsebraten (Lotte mit TEE !!! Igitt!) und Grillhaxe (Ich mit Weizenbier) verdrückt. Ist ja schließlich Weihnachten. War alles lecker. Bis auf den Tee...
Alles andere ließen wir gemütlich auf uns zukommen. Hauptsache unser Kurzurlaub wird kein Reinfall.
Apropos Reinfall. Der Selbige (Aber mit "H") war das Reiseziel am nächsten Tag. Leute, ich sage es euch im ernst. Ein Besuch am Rheinfall ist kein Reinfall. Von Konstanz in einer Stunde mit der Bahn zu erreichen, für schlappe 15 Euro Hin- und Rückfahrt für zwei Personen (VHB-Familientagesticket). 
Schaffhausen, welches in der Schweiz liegt, war wie ausgestorben. Egal. Aber dann gings los. Zu Fuß vom Bahnhof zum Wasserfall sind ca. 5-6 km immer am Rhein entlang zu wandern. Erst plätschert er so dahin, der alte Vater Rhein. Doch dann wird er zum wilden Eber.

Schade, das man hier nix hört...
Von oben noch einfach geil, wirds weiter unten, wo betonierte Plattformen bis in den Fall hinein ragen, laut und je nach Windrichtung eventuell auch nass. Leider fuhren die Boote wegen zu viel Wasser nicht zum Mittelfelsen. Das ist dort, wo die schweizer Flagge (der kleine rote Punkt auf dem Felsen mitten im Rhein) weht. Diesen Felsen kann man normalerweise auch besteigen. War aber nicht. Wunderschön war der Augenblick, als die Sonne raus kam und einen Regenbogen mitten ins Getöse zauberte.

MAGISCH

Genauso donnernd wie der Rheinfall sind die Preise, wenn man hier etwas essen oder trinken will. Ne Dose Bier für 6 € am Kiosk! Schweinekotelett mit mit Spätzle 36 €! (Nein ich bin nicht besoffen) Wir brauchten aber nix. Frühstück im Hotel muss ja schließlich bis Abends reichen. Ihr kennt das bestimmt...
Na Grüazi mitanand!
OK, die Preise sind eventuell in Franken...macht aber kein großen Unterschied. 
Und weil wir in der Schweiz aus Geiz hungerten, brachte ich am Abend ein viertes Land ins Spiel. SPANIEN! Wir gingen fett essen ins "Costa del Sol". Ein echt spanisches Restaurant mit spanischen Wirtsleuten, Köchen, Speisen und Getränken. Lecker ohne Ende. Die Lotte platzte fast. Ich auch.
Pröööööbs! Mahlzeit... 
Es gab gegrillten Fisch in allen Varianten, diverse Vor- und Nachspeisen, die ich bei einem sehr schweigsamen und nur nickenden oder kopfschüttelnden Kellner auf spanisch bestellte. Es lief spanische Musik. Mit dem Chef plauderte ich auf spanisch über das Leben in Andalusien.
Ein gelungener spanischer Abend.
Der Höhepunkt des Abends war das Geständnis des spanisch Kellner: Er war Deutscher und der spanischen Sprache überhaupt nicht mächtig.

Hasta la Vista, Baby! Euer Rübezahl...