Auf urigen Wegen von Losheim am See nach Reidelbach zum Froschschenkelessen am 01.10.2014 (30km)
Nach einer guten Nacht und einem leckeren Frühstücksbuffet ging ich gestärkt in die nächste Runde. Vorher brauchte ich aber noch Getränke. Laut Hotelpersonal gab es einen Supermarkt nur fünf Minuten entfernt. Leider vergaß die nette Frau zu erwähnen, das die Zeitangabe auf eine Fahrt mit dem PKW gemünzt war. Zu Fuß brauchte ich für die schließlich vier Kilometer (laut GPS) vom Steig zum Markt und zurück zum Steig 'ne ganze Stunde. Was lehrt mich das? Leere Flaschen nicht wegschmeißen. Die kann man noch für Leitungswasser gebrauchen. Man kann ja noch etwas Brausepulver in's Wasser kippen, um etwas Geschmack zu haben.
Lange Rede, kurzer Sinn: 9:30 Uhr und nach schon 4 km auf Asphalt in den Knochen war ich endlich auf der Piste.
Nach dem Sprint von gestern wollte ich es heute ruhiger angehen und das tat ich auch. Erst war es noch etwas kühl. Aber nach dem ersten Anstieg spielte das keine Rolle mehr. Die Natur umarmte mich innig (Ist das nicht herrlich kitschig geschrieben? Haha!). Aber schaut auf dieses Bild:
Der Wetterbericht hatte recht. Es wurde richtig sonnig und warm. Cool! Jacke aus. T-Shirt reicht. Die Sonne auf der Haut brennt schon fast. Beinahe zu schön um warm ... äääh ... wahr zu sein. Heute habe ich auch wieder einen Blick für das schöne Drumherum. Alles besser als gestern.
Ich lasse mir Zeit. Aber zwei Wanderer überholte ich trotzdem. Die ließen sich noch mehr Zeit als ich. Auch das MUSS man lernen. ZEIT-LASSEN! Ich kannte die beiden vom Hotel in Losheim und sollte sie am Abend nochmal wiedersehen. Bei Weiskirchen hatte ich kurz gepennt und bin vom Weg abgekommen und stand plötzlich mitten auf einem Campingplatz. Aber kein Problem. Kehrt marsch. Zurück bis die Hunsrücksteigschilder wieder auftauchen. Ich erwähnte es erst gestern. Für solche Situationen braucht man Zeitreserven.
Der Steig nahm endlich mal richtigen Trekkingcharakter an. Diese Etappe bot einige Passagen, die man mit Badelatschen oder Ballerinas nicht gehen sollte.
Das Bild oben zeigt wirklich den Weg! Erinnerte mich fast ein wenig an die Sierra Nevada (die spanische), die ich auch schon bewandert habe. ABER SO LIEBE ICH ES. Das sind die kleinen Abenteuer. Nur nicht umknicken jetzt...
Bald folgten wieder Abschnitte, wo umknicken und Beinbrüche keine Gefahr mehr darstellten. Ach ich könnte euch so viele herrliche Fotos von diesem Abschnitt zeigen, aber geht doch selbst mal auf dem Saar-Hunsrücksteig wandern. Ihr werdet eins mit der Natur sein.
Und Dank einer besseren Zeiteinteilung leistete ich mir sogar ein paar Pausen auf einem wirklich wunderbaren Abschnitt des Saar-Hunsrücksteigs!
Jetzt gibts erst mal bissl Statistik:
Tourlänge: 30.7km,
Höhe Start: 337m, Höhe Ziel: 392m, Höchster Punkt: 627m, Tiefster Punkt: 297m, Höhendifferenz: 330m
Ein langer Weg war das heute. Ich merke es angenehm in den Beinen. Im Reidelbacher Hof, welcher, wie der Name schon sagt, in Reidelbach steht, gurgelte ich erst mal das obligatorische Belohnungs-Weizen in die Tiefe meiner Magengrube und bezog mein Zimmer. Schlicht und sauber mit einem etwas zu kleinen Fernseher und nicht zu kleinen Balkon, gut genug, um einen müden Wanderer seine Knochen entspannen zu lassen.
Dann ging ich essen in die gemütliche Stube, die sehr gut besucht war. Sehr sehr gut. Ich bestellte Wildgulasch. Mann, war der lecker! Nach einer Weile bemerkte ich, das alle anderen Gäste etwas aßen, was ich nicht definieren konnte. Ich platzte vor Neugier und musste die Kellnerin fragen. Freunde des Wanderns: Die anderen Gäste verzehrten alle ausnahmslos FROSCHSCHENKEL. Leider war mein Wildgulasch schon verdrückt und ich satt. Probiert hätte ich das Froschfleisch gerne mal. Ich kann ja noch mal wieder kommen.
Dann kamen die beiden Wanderer, die ich unterwegs überholt hatte. Wir unterhielten uns noch lange bei dem einen oder anderen Bier, sahen den anderen beim Fröscheschlucken zu. Manfred und Gisbert waren ihre Namen. Beide zogen wie ich den Wildgulasch vor. Manfred erzählte mir noch, das er ein Buch geschrieben habe. Es heißt "Hauptsache Wandern!"
Ich habs mir gekauft. Gleich als ich wieder zu Hause war. Bin noch fleißig am Lesen.
Viele Grüße von hier an euch zwei beide Manfred und Gisbert. Hat mich gefreut euch kennen zu lernen.
So, das wars für heute. Demnächst gehts weiter mit der 4.Etappe Reidelbach - Hermeskeil. Bis dahin...
Bis bald im Wald: Euer oller Waldkauz Rübezahl!