Sonntag, 26. Oktober 2014

Gedicht! Und zwar ein kurzes...

Kahlschlag

Im Wald da stehn, man glaubt es kaum,
in kurzem Abstand Baum an Baum.



Freunde! Wenn dem nicht so wär,
wärn unsre Wälder ganz schön leer...


Bis bald im Wald, euer oller Waldkauz Rübezahl.


Samstag, 25. Oktober 2014

Saar-Hunsrücksteig 5.Etappe Hermeskeil - Neuhütten

Von Hermeskeil über Otzenhausen und den höchsten Berg des Saarlandes nach Neuhütten zum Gourmettempel (20km) am 14.10 2014


Los gings heute erst mal mit Nebel. Und verbunden mit niedrigen Temperaturen und Wegen voller nassen Gras kam die Wanderfreude nicht sofort über mich. Aber hart wie ich bin, ging ich meinen Weg ohne zagen und klagen (Scheiße! Die Schuhe sind jetzt schon fucking nass). Ich bin immer bereit, auch im schlechten Wetter das Schöne zu sehen. Es gibt Wanderer, die bei schlechtem Wetter nur am maulen sind. Ich nicht (Verfluchte Dreckswurzel, wäre beinahe auf die Schnauze gefallen). Aber wenn man das Sehen lernt, ist auch nasses Nebelwetter (Drecksgrippewetter!) beschaulich. OK. Ich gebs zu: Beschaulich nur manchmal...mmmh vielleicht eher selten sogar... ist doch auch egal...


Die Sonne kam nach ca 2 1/2 Stunden dann doch noch raus. Erst a bissl zaghaft, dann war plötzlich T-Shirt-Wetter vom feinsten. Am 14.10. wohlgemerkt!
Dann gings bergab mit mir. Und zwar durch Forstelbachtal, welches wirklich sehr malerisch ist. Trotzdem malte ich nicht, ich knipste mit der Kamera. Kann ja nicht alles malen, kommt man ja nicht vom Fleck. Stimmts?

An einen künstlich angelegten Teich sonnte ich mich und beobachtete die Welt, die hier aus schillernden Libellen, Karpfen, Binsen und grünen Bäumen unter blauen Himmel bestand. Die Zeit stand nicht still und irgendwann musste ich weiter. 

Ein gefählich-rutschiger Holzweg, gesäumt von Morast, ergab das nächste Experiment. Ich schaffte die Überquerung, ohne auf den Steiss zu fallen. Oder in das Moor mit den Brennnesseln. Oder Beides.
Der Holzweg
Ein richtiges Highlight (Hailait) ist der Keltische Ringwall bei Otzenhausen. Der hat Ausmaße, die mich zum Staunen brachten. Mann oh Mann! Ich glaube, die Kelten hatten nichts anderes zu tun, wie Steine zu stapeln und zu Saufen. Fürs Letztere sind die Kelten ja berühmt. Aber fürs Steine sammeln eher nicht.
Ich meisterte noch ein paar holprig-steile Anstiege und stand bald auf dem Dollberg, dem höchsten Berg des Saarlandes.

Der keltische Ringwall bei Otzenhausen
Der Dolle uffn Bersch
Von hier bis zum Tagesziel ging ich gemütlich und ich genoss alles um mich herum. 
Übernachten tat ich im "Le Temple de Gourmet". Über Sinn und Zweck eines Gourmet-Tempels im verschlafenen Neuhütten machte ich mir so meine Gedanken. Klingt nach Hotel für Schlipsträger. Na! Die werden Augen machen, wenn der Rübezahl mit seinen Schlammlatschen über die vornehmen Bodenbeläge trampelt. Haha...

So schlimm wars dann doch nicht. Nettes Personal welches meine Schuhe zwar argwöhnisch musterte, aber keinen Kommentar dazu abgab. Nur eine Plastikschale zum Dreckschuhe reinstellen wurde mir wortlos überreicht. Restaurant war geschlossen, aber das Bistro war offen. Belohnungsweizen gesichert. 

Zimmer im Gourmet-Tempel (55 €)
Hab noch Fußball geguckt (Deutschland - Irland 1:1). Hätte besser gleich geschlafen. Sagt man im Gourmet-Tempel eigentlich auch gute Nacht, oder was vornehmeres? Weis nicht. Is auch Wurscht. Gute Nacht Freunde des gepflegten Wanderns.

Hach! Die Tourdaten fehlen ja noch! Hier sind sie:





Tourlänge:19.8km
Höhe Start:536m
Höhe Ziel:518m
Höchster Punkt: 738m
Tiefster Punkt:390m
Höhendifferenz: 348m
Aufstieg:1072m
Abstieg:1090m

Bis bald im Wald, euer oller Waldkauz Rübezahl...

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Saar-Hunsrücksteig 4.Etappe Reidelbach - Hermeskeil

Von Reidelbach nach Hermeskeil (25km) am 02.10.2014


Nach einem Frühstück mit Manfred und Gisbert ging es zügig in den noch nebeligen Wald. Manfred und Gisbert wollten in Richtung Trier, ich Richtung Idar-Oberstein. Ich gehe sowieso lieber allein. Meistens jedenfalls. 19 Kilometer meldet ein Wegweiser bis Hermeskeil. Na die gehe ich doch mit links. Und mit rechts auch. 


Es ist schön, mit zu erleben, wie die Sonne den Nebel aus den Wald vertreibt und sich das Bild des bösen Geisterwaldes mit Hexen usw  wandelt in einen Wald voller Feen und guten Zauberern, die einem drei Wünsche offerieren.
Ich hatte auch drei Wünsche: 1. Kein Regen bitte, 2. keine Blasen bitte, 3. ein Weizenbier am Ziel bitte. Bin ja bescheiden.

Bald taucht nach kräftigen Anstieg die Grimburg im nicht mehr vorhandenen Nebel auf. Ich klettere in und auf ihr herum und schaue erst von unten nach oben zum Turm, später vom Turm oben nach unten und in die Umgebung. Ist schon seltsam, das man immer erst irgendwo hinauf klettert, um fest zu stellen, wie schön es da unten ist...

Nun folge ich dem Flüsschen "Wadrill" in ihrem Tal. Der Weg ist einfach, aber an einer Stelle zwanzig Zentimeter unter Wasser. Diese Stelle war so gut mit langen Grashalmen getarnt, das ich nichts ahnend und forschen Schrittes in nasse Unglück rannte und mit dummen Gesicht bis zu den Knöcheln in der Brühe stand. Das war blöd. Die besten Schuhe sind nicht wasserdicht, wenn das Wasser oben rein läuft! Zum Glück war es nicht kalt, eher warm. Nur dieses Geräusch jetzt beim Laufen ...platsch quatsch flatsch... begleitete mich lange Zeit. Kommt ein Frosch ausn Wald......haha...


An dieser romantisch-verwunschen aussehenden Stelle teilt sich der Saar-Hunsrücksteig. Ein Weg geht ab hier Richtung Trier, der andere Richtung Idar-Oberstein, dem anderen Endpunkt des Steigs. Es gibt also noch genug zu laufen, um ihn vollständig zu bewandern. Ein Wegweiser steht auch hier, der war aber nicht fotogen.
Bald lassen ich Reinsfeld links und Gusenburg  rechts  liegen. Die Piste führt längere Strecken übers freie Feld. Ich genieße das bei herrlichstem Oktoberwetter. Die Schuhe sind immer noch klitschig und inwendig rutschig, als hätte ich ein Stück Butter rein geschmiert. 

Mein GPS zeigt schon längst die oben erwähnten 19 km an. Bis Hermeskeil sind es aber immer noch sechs Kilometer. Zu Hause stellte ich fest, das die Kilometerangaben fehlerhaft sind, weil die Streckenführung vorbei an Reinsfeld und Gusenburg neu, aber auch länger ist. Auf dem Satellitenbild sieht man oben die fette Ausbuchtung. Die gabs früher nicht. Zum Thema Zeitreserve und deren Wichtigkeit habe ich mich schon in vorherigen Beiträgen geäußert. Noch ein gutes Beispiel für unvorhersehbare Zeitverluste.


Von dieser "Sinnesbank", so heißen die wirklich in Fachkreisen, sieht man schon Hermeskeil. Ich lasse mir viel Zeit und fahre den Wandermodus langsam herunter, denn von dort gehts mit Bus und Bahn Richtung Heimat. Der Bus war leider ein voll besetzter Schulbus, was mir immer unangenehm ist, vor allem wenn man durchgeschwitzt und mit quietschenden Schuhen daher kommt. 

Tourlänge:25km
Höhe Start:389m
Höhe Ziel:537m
Höchster Punkt: 629m
Tiefster Punkt:361m
Höhendifferenz: 268m
Aufstieg:1354m
Abstieg:1206m

So! Für die letzten drei Tage genug Kalorien in den Wald getragen.

Bis bald im Wald: Euer oller Waldkauz Rübezahl...

PS: Das Belohnungs-Weizen gabs in der Bahnhofswirtschaft in Türkismühle. Musste sowieso 30min aufn Zug warten...





Dienstag, 21. Oktober 2014

(9) Saar-Hunsrücksteig 3.Etappe Losheim am See - Reidelbach

Auf urigen Wegen von Losheim am See nach Reidelbach zum Froschschenkelessen am 01.10.2014 (30km)


Nach einer guten Nacht und einem leckeren Frühstücksbuffet ging ich gestärkt in die nächste Runde. Vorher brauchte ich aber noch Getränke. Laut Hotelpersonal gab es einen Supermarkt nur fünf Minuten entfernt. Leider vergaß die nette Frau zu erwähnen, das die Zeitangabe auf eine Fahrt mit dem PKW gemünzt war. Zu Fuß brauchte ich für die schließlich vier Kilometer (laut GPS) vom Steig zum Markt und zurück zum Steig 'ne ganze Stunde. Was lehrt mich das? Leere Flaschen nicht wegschmeißen. Die kann man noch für Leitungswasser gebrauchen. Man kann ja noch etwas Brausepulver in's Wasser kippen, um etwas Geschmack zu haben.
Lange Rede, kurzer Sinn: 9:30 Uhr und nach schon 4 km auf Asphalt in den Knochen war ich endlich auf der Piste.


Nach dem Sprint von gestern wollte ich es heute ruhiger angehen und das tat ich auch. Erst war es noch etwas kühl. Aber nach dem ersten Anstieg spielte das keine Rolle mehr. Die Natur umarmte mich innig (Ist das nicht herrlich kitschig geschrieben? Haha!). Aber schaut auf dieses Bild:


Der Wetterbericht hatte recht. Es wurde richtig sonnig und warm. Cool! Jacke aus. T-Shirt reicht. Die Sonne auf der Haut brennt schon fast. Beinahe zu schön um warm ... äääh ... wahr zu sein. Heute habe ich auch wieder einen Blick für das schöne Drumherum. Alles besser als gestern.


Ich lasse mir Zeit. Aber zwei Wanderer überholte ich trotzdem. Die ließen sich noch mehr Zeit als ich. Auch das MUSS man lernen. ZEIT-LASSEN! Ich kannte die beiden vom Hotel in Losheim und sollte sie am Abend nochmal wiedersehen. Bei Weiskirchen hatte ich kurz gepennt und bin vom Weg abgekommen und stand plötzlich mitten auf einem Campingplatz. Aber kein Problem. Kehrt marsch. Zurück bis die Hunsrücksteigschilder wieder auftauchen. Ich erwähnte es erst gestern. Für solche Situationen braucht man Zeitreserven.


Der Steig nahm endlich mal richtigen Trekkingcharakter an. Diese Etappe bot einige Passagen, die man mit Badelatschen oder Ballerinas nicht gehen sollte. 


Das Bild oben zeigt wirklich den Weg! Erinnerte mich fast ein wenig an die Sierra Nevada (die spanische), die ich auch schon bewandert habe. ABER SO LIEBE ICH ES. Das sind die kleinen Abenteuer. Nur nicht umknicken jetzt...
Bald folgten wieder Abschnitte, wo umknicken und Beinbrüche keine Gefahr mehr darstellten. Ach ich könnte euch so viele herrliche Fotos von diesem Abschnitt zeigen, aber geht doch selbst mal auf dem Saar-Hunsrücksteig wandern. Ihr werdet eins mit der Natur sein.


Und Dank einer besseren Zeiteinteilung leistete ich mir sogar ein paar Pausen auf einem wirklich wunderbaren Abschnitt des Saar-Hunsrücksteigs!


Jetzt gibts erst mal bissl Statistik: 


Tourlänge: 30.7km, 
Höhe Start: 337m, Höhe Ziel: 392m, Höchster Punkt: 627m, Tiefster Punkt: 297m, Höhendifferenz: 330m

Ein langer Weg war das heute. Ich merke es angenehm in den Beinen. Im Reidelbacher Hof, welcher, wie der Name schon sagt, in Reidelbach steht, gurgelte ich erst mal das obligatorische Belohnungs-Weizen in die Tiefe meiner Magengrube und bezog mein Zimmer. Schlicht und sauber mit einem etwas zu kleinen Fernseher und nicht zu kleinen Balkon, gut genug, um einen müden Wanderer seine Knochen entspannen zu lassen.

Dann ging ich essen in die gemütliche Stube, die sehr gut besucht war. Sehr sehr gut. Ich bestellte Wildgulasch. Mann, war der lecker! Nach einer Weile bemerkte ich, das alle anderen Gäste etwas aßen, was ich nicht definieren konnte. Ich platzte vor Neugier und musste die Kellnerin fragen. Freunde des Wanderns: Die anderen Gäste verzehrten alle ausnahmslos FROSCHSCHENKEL. Leider war mein Wildgulasch schon verdrückt und ich satt. Probiert hätte ich das Froschfleisch gerne mal. Ich kann ja noch mal wieder kommen.
Dann kamen die beiden Wanderer, die ich unterwegs überholt hatte. Wir unterhielten uns noch lange bei dem einen oder anderen Bier, sahen den anderen beim Fröscheschlucken zu. Manfred und Gisbert waren ihre Namen. Beide zogen wie ich den Wildgulasch vor. Manfred erzählte mir noch, das er ein Buch geschrieben habe. Es heißt "Hauptsache Wandern!"
Ich habs mir gekauft. Gleich als ich wieder zu Hause war. Bin noch fleißig am Lesen. 
Viele Grüße von hier an euch zwei beide Manfred und Gisbert. Hat mich gefreut euch kennen zu lernen.


So, das wars für heute. Demnächst gehts weiter mit der 4.Etappe Reidelbach - Hermeskeil. Bis dahin...

Bis bald im Wald: Euer oller Waldkauz Rübezahl!


Sonntag, 19. Oktober 2014

(8) Gugge ma II

Das könnte ein Kammförmiger Keulenpilz (Clavulina coralloides) sein...???


Vorsicht! Bitte nicht drauftreten. Nur bestaunen...
Morgen gibts die 3.Etappe des Saar-Hunsrücksteigs. In Farbe!

Bis bald im Wald: Euer Rübezahl

Samstag, 18. Oktober 2014

(7) Saar-Hunsrücksteig 2.Etappe Mettlach - Losheim am See

Von Mettlach über Britten nach Losheim am See (23 Kilometer am 30.09.2014)


Das von meinem GPS-Tracker aufgezeichnete Strecken- und Höhenprofil verrät schon, das ich ins Ziel gekommen bin. Aber fragt nicht nach dem "Wie". Ich Idiot bin erst 12:30 Uhr in Mettlach losgelatscht. Viel zu spät! Aber Losheim musste ich erreichen. Egal wie. Schlechte Voraussetzungen, für eine entspannte Wanderung. Hotel ist schon gebucht (55 Euro) und kann nicht mehr storniert werden. Wie lange werde ich brauchen? Wann wird es eigentlich dunkel? Um sechs? Um sieben? Bin mir nicht sicher!
Das erinnert mich daran, euch etwas wichtiges zu sagen: Setzt euch nicht von Anfang an unter Zeitdruck. Wir wollen doch wandern, um Stress abzubauen, um uns zu erholen und den Kopf frei zu bekommen. Wenn man die ganze Strecke rennen muss, ist das großer Mist. Plant Reservezeit ein. Es kann viel passieren unterwegs. Verlaufen ist übel, ein Wetterumschwung auch, Verletzungen sind der Horror. Vermeidet Zeit-Stress. Etwas Planung MUSS sein! Findet heraus, wie schnell ihr seid, was eure Wohlfühlgeschwindikeit ist.

Kein einfaches Profil! Glaubt mir...

Tourlänge:23.2km
Höhe Start:199m
Höhe Ziel:339m
Höchster Punkt: 518m
Tiefster Punkt:160m
Höhendifferenz: 358m
Aufstieg:1407m
Abstieg:1267m

Wie sagt man so schön? Die Suppe, die man sich einbrockt, muss man auch auslöffeln. Bin unterwegs und ein Zurück gibt es jetzt nicht mehr. Nicht bei mir! Es geht mehr oder weniger ständig bergauf. Mein Rucksack versucht mich wieder nach unten zu ziehen. Ich gewinne aber. Gegen den Rucksack und gegen den Berg auch. Wäre doch gelacht...

Bergauf...schon wieder...
Bin völlig durch geschwitzt und müsste mich eigentlich mal umziehen. Habe aber keine Zeit. Die Dunkelheit ist zwar noch weit, das Ziel ist es auch. 
Weiter weiter weiter...
Bei dieser Hetzerei muss ich aufpassen, das ich nicht vom Weg ab komme. Das würde mir noch fehlen. Also doch Pause und das Gelände mit der Karte vergleichen. Meine Uhr verzeiht heute keine Fehler.

Wo bin ich? 
Trinken muss ich wie 'ne Kuh, weil ich schwitze wie ein Schwein. Das hat den Vorteil, das der Rucksack leichter wird. Am liebsten würde ich alles austrinken. Hab drei Liter Eistee dabei. Das sind drei Kilo Ballast. Ballast mit Geschmack.
Weiter weiter weiter...
Der Wald saust an mir vorbei. Vermutlich könnte ich mein Tempo nun etwas drosseln. Doch jetzt bin ich so an diese Tempo gewöhnt, das ich nicht mehr langsamer kann. Komisch.
Land und Leute nehme ich auch noch war. Stop! Nur das Land, Leute sind mir heute noch nicht begegnet. Ein einsamer Weg. So mag ich es.

Einfach schön
An den Dörfern Britten und Bergen bin ich schon vorbei geflogen. Ich denke bei mir, dass man den Ortsname Bergen von den landschaftlichen Gegebenheiten ableiten kann . Aber das in Britten Britten wohnen, bezweifle ich. Blöde Gedanken bei diesen Tempo! Gelle? 
Das Wetter hält. Meine Kondition auch. Der Wald riecht nach Pilzen und nassen Holz. Ich rieche nach...ääähm...egal. 
Weiter weiter weiter...
Aaaah! Kilometer 50 des Saar-Hunsrücksteigs ist passiert. Dieses Kilometerschild ist für mich ein Meilenstein. Und der motiviert mich! Noch ungefähr sieben Kilometer bis zum Hotel, bis zur Dusche und zum Bett.

Fuffzig von Zweihundertachtzehn
Je näher ich dem Losheimer Stausee komme, desto mehr Menschen bevölkern den Wald. Hunde beäugen mich misstrauisch und ihre Herrschen schauen mir zweifelnd nach. Überholen tun mich nur Mountainbiker, die damit beschäftig sind, die Wege kaputt zu fahren.
ENDLICH! Der See glitzert im Abendlicht. Ich bin in Losheim, es ist noch hell und manchmal blinzelt die Sonne durch die Wolken. Der befürchtete Regen blieb aus. Alles gut.

Ich seh den See!
Noch ein bissl Slalom durch die am See bummelnden alten Leuten, die ihre Rente hier im Urlaub mit Kaffee und Kuchen verprassen. Dann noch quer durch einen Park der "Vier Jahreszeiten", den ich nicht besichtige und das Hotel begrüßt mich endlich. Und ich begrüße den Hotelkellner und bestelle ein Weizen noch bevor ich den Rucksack in die Ecke gestellt habe. Dann machts zischschsch und das Bier ist Geschichte. Das Zimmer mit Bad ist in Ordnung: Groß, sauber und mit einen altmodischen Röhrenfernseher. Was ich diesen Abend noch geguckt habe, weis ich nicht mehr. Wahrscheinlich in die Röhre. Die Müdigkeit, wisst ihr?


Weiter...weiter.....weiter..................wei.........................schnarch....
Bis bald im Wald: Euer oller Walkauz Rübezahl

Freitag, 17. Oktober 2014

(6) Saar-Hunsrücksteig 1.Etappe Perl - Mettlach (03.09.2014)

Von Perl über Orscholz und die Saarschleife nach Mettlach (28km)

Jetzt gehts los!

Hier beginnt er nun: Der sagenumwobene Saar-Hunsrücksteig. Erst mal gucken, was da auf mich zu kommt.


218 Kilometer warten auf mich und heute gehts los. So eine Strecke kann man nicht von heute auf morgen in Angriff nehmen. Ein bisschen Planung braucht es schon. Wie komme ich von einem Etappenort zum andern? Muss ich irgendwo übernachten? Wieviel Verpflegung brauche ich? Bier und Buttermilch zum Beispiel.

Nun stand ich morgens um 10 Uhr in Perl, alkoholfreie Getränke im Sack, ne Wanderkarte auch, und die Hoffnung, mir keine Blasen zu laufen in meinen neuen Wanderschuhen. Die alten waren immer noch beim Schuster. Mist! Nach Mettlach wollte ich. 30 Kilometer circa. Ich muss bekloppt sein.

Glaubt mir, etwas Bammel hatte ich.

Rübezahl

Erst mal raus aus Perl in die Pampa. Der Drei-Länder-Blick auf Frankreich, Luxemburg und Deutschland ist das erste Highlight. Nach kurzer Rast gehts weiter durch das NSG Hammelberg. Aber alles Betrug! Keinen einzigen Hammel habe ich gesehen! 
Später kann man eine lärmende Autobahn unterqueren und Windkraftanlagen bestaunen. Mit Wandern in der Wildnis hat das noch nichts zu tun. Schade.

In Borg haben vor langer Zeit die Römer eine Villa hingestellt und bald darauf verschüttet, damit die Deutschen diese Villa später wieder ausbuddeln können, um Touristen und Schulklassen hinein zu locken und Geld dafür zu verlangen.
Ich war nicht drin. Mein Geldbeutel hätte es erlaubt, mein Zeitplan nicht.
Hellendorf, Büschdorf und Unter-, Mittel-, Obertünsdorf werden rechts liegen gelassen.
                               

Bin bis jetzt noch nicht so richtig überzeugt vom Steig. Die richtige Wildnis ist mir noch nicht begegnet.


Und abenteuerlich war es auch noch nicht. Was geil ist, ist das überall knallvolle Obstbäume stehen. Äppel, Quetsche, Birne und Wein in seiner natürlichen unvergorenen Form.
Weiter Rübezahl! Auf der Karte ist kurz vorm NSG Steinchen eine Gaststätte eingezeichnet. Man muss sich kleine Zwischenziele setzen und Kneipen eignen sich dazu gut. Doch mich erwartet ein Schlag in die hungrige Fresse. Die Gaststätte ist zu und jetzt ein Meditationszentrum. Danke! Brauch ich grad nicht. Wird man nicht satt von.
Als Entschädigung geht's nun endlich mal in die Wildnis. Wird auch Zeit...

Endlich Wildnis
Nach der Wildnis komme ich durch ein Brombeerparadies. Brombeeren so weit das Auge reicht. Trau mich aber nicht viele zu essen. Hab Angst, das mein Bart blau wird und ich mich vom Rübezahl zum Käptn Blaubeer wandle. Hunger habe ich trotzdem noch und essen ein paar junge Maiskolben direkt vom Feld. Mmmmmh. Und als Nachtisch ein paar fast reife Äpfel direkt vom Baum. Alles natürlich ungewaschen. Klopapier habe ich genug dabei.

Wo ist Eva? Und die Schlange?
Orscholz ist zu sehen! Und das Atrium. Da gibt's was zu essen und zu trinken. Hab aber den Bauch voll mit Apfel-Mais-Brei. Aber ein Weizen geht immer. Ist ja auch irgendwie Getreide. Hoffentlich verträgt sich das alles miteinander. Mittlerweile ist es schon nach 16 Uhr und weil ich von Mettlach aus noch zurück nach Idar-Oberstein will, muss ich einen Schritt zu legen. Das sagt sich so einfach nach 25 Kilometern. Und jetzt geht's nochmal in die Berge. Auch die spektakuläre Saarschleife erwartet mich. Ein Haufen Touristen sind auch da, die den so idyllischen Platz mit Geschnatter erfüllen. Aber die Aussicht auf die Saarschleife ist Klasse.

Die Saarschleife
Es gibt noch ein paar wirklich andere schöne Aussichten auf die Saar und ihrer Schleife und Mettlach kommt auch näher. Den Zug bekomme ich noch. Musste dafür aber ziemlich schnell laufen und bin jetzt ehrlich müde und kaputt. Im Zug merke ich erst, wie meine Beine stöhnen. Aber glücklich bin ich auch. Ziel erreicht. Rübezahl hat nicht aufgegeben.


Tourlänge:28.3km
Höhe Start:173m
Höhe Ziel:168m
Höchster Punkt: 432m
Tiefster Punkt:151m
Höhendifferenz: 281m
Aufstieg:1262m
Abstieg:1267m

Was soll ich zum Schluss sagen? Die Verlängerung von Perl nach Orscholz (der ehemalige Startpunkt des Saar-Hunsrück-Steigs) war nicht nötig. Es geht viel über freies Feld und wenig durch den Wald. Und richtig urig ist es auch nicht. Besonders missfallen haben mir die mit aller Gewalt künstlich aus dem Wald gestampften Pfade, welche alle von Mountainbikern kaputt gefahren werden. Im großen und ganzen war die Tour doch nicht ganz soooo schlecht. Mein Tipp: Wer den SH-Steig erwandern will, darf von mir aus in Orscholz beginnen. Das Stück davor? Wer's mag. Ich halt keinen davon ab...

Weitere Infos zur Etappe:
und auch:

Bis bald im Wald: Euer oller Waldkauz Rübezahl ;-)